Herrschaft Schleiden I

Schleiden, Häuser auf der alten Stadtmauer
Zum ersten Mal erwähnt wird die Burg Schleiden 1198 als "castrum Sleyda". Die Gemeinde, die an ihrem Fuße entstand, hat den Namen übernommen. "Sleyda" bedeutete "Abhang", nach der steilen Anhöhe, auf der die Burg steht.
 

Der erste hiesige Dynast war der Edelherr Konrad von Schleiden. Er begründete eine Nebenlinie der Herren von Blankenheim. Überliefert sind aus den frühen Tagen der Herren von Schleiden vor allem ihre ständigen Streitigkeiten mit dem Kloster Steinfeld wegen sich überschneidender Besitzverhältnisse. Das Kloster und die Herrschaft Schleiden waren nämlich beide aus dem Kirchspiel Steinfeld, einem früheren Besitz der Grafen von Are, hervorgegangen. Da das Kloster mächtige Förderer hatte, musste der Edelherr von Schleiden oft nachgeben. Auch musste er mit den Steinfelder Mönchen schon deshalb immer wieder ins Reine kommen, weil er sie für die Seelsorge brauchte - zuerst für den Gottesdienst in der Burg, seit 1230 auch für eine Kapelle außerhalb, wo heute die Schlosskirche steht.

Zum Schleidener Besitz der Edelherren gehörten außer der Gemeinde Schleiden und Gangfort die Ortsteile Bronsfeld, Harperscheid und Schöneseiffen (gemeinsame Ersterwähnung 1322 / Harperscheid damals = Hartmansroth), Oberhausen (Ersterwähnung 1438), Kerperscheid, Broich und Wintzen (gemeinsame Ersterwähnung 1464) und seit 1487 "Überruhr". Außerhalb des heutigen Stadtgebiets ferner: die Gerichte Kall, Sistig und Mürringen (heute Ostbelgien) sowie Teile von Blumenthal, Kirschseiffen und Hellenthal. Johann I. von Schleiden (1346-1379) war so bedeutend, dass ihm der König die Verantwortung für die Aufrechterhaltung des Landfriedens zwischen Rhein und Maas übertrug. Bereits 1271 wurde Konrad II. von Schleiden luxemburgischer Lehnsmann. Konrad IV. nahm 1343/44 "Burg, Vorburg und Tal" Schleiden zu Lehen. Selbst Dietrich der Weise bekräftigte 1546 die Lehnsabhängigkeit. Ein Gegengewicht bildeten aber schon früh Lehensvereinbarungen mit den Grafen (später Herzögen) von Jülich, deren Land bis an den Dieffenbach reichte. 1360 wurde die "Statt" Schleiden Jülicher Lehen.

Dass Schleiden 1309 bereits ein Handelsplatz war, lässt eine Urkunde vermuten, in der der König dem Schleidener Edelherrn gestattet, in seinem Burgbereich Juden aufzunehmen. Ein Dokument über eine Stadtrechtverleihung bereits im Mittelalter besitzt Schleiden nicht. Doch wird Schleiden seit 1360 zwar nicht durchgängig, aber immer wieder als Stadt bezeichnet. Als Schleiden 1575 ein kaiserliches Marktprivileg erhielt, war dieses vorher von Dietrich VI. für "seine Stadt" erbeten und vom Kaiser der "Stadt" verliehen worden. Eine Stadtmauer wird bereits 1418 erwähnt.

Als das Haus Schleiden im Mannesstamm ausstarb (1434), gelangte Schleiden über Erbtöchter zunächst an das Haus Nassau und dann an die Grafen von Manderscheid (1451), die ihren weit verstreuten Eifelbesitz bald in der Familie aufteilten und deren Linie Manderscheid-Schleiden hohes Ansehen gewann.

Unter ihr wurde die schon im späten Mittelalter bezeugte Eisenindustrie zur wichtigsten Einnahmequelle der Grafen. Von deren sieben genossenschaftlich betriebenen Hütten lagen vier (Müllershammer, Oberhausen, Wiesgen und Gangfort) im heutigen Stadtgebiet. Schleidener Hüttenmeister wie die Poensgen und Schoeller wurden die Stammväter bedeutender deutscher Industriellenfamilien. Der bedeutendste Manderscheider war Dietrich IV. der "Weise" (1501-1551), der Erbauer der Schlosskirche, der diese 1539 aus dem Steinfelder Pfarrverband lösen und seinem Patronat unterstellen konnte.

Viele Schleidener wandten sich in seiner Zeit dem Humanismus und der Reformation zu.


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