Ausstellung "Tschernobyl – 30 Jahre danach" eröffnet


Bernd Wawer schilderte den Gästen seine persönlichen Eindrücke, die er während seiner beiden Aufenthalte in Tschernobyl gewonnen hat
Bernd Wawer schilderte den Gästen seine persönlichen Eindrücke, die er während seiner beiden Aufenthalte in Tschernobyl gewonnen hat

Bernd Wawer, Fotograf aus Leidenschaft, langjähriger Verfechter der Analogfotografie und mittlerweile digitaler Profi, reiste 2016 und 2018 in die Sperrzone von Tschernobyl und fing dort über mehrere Tage hinweg seine Eindrücke mit der Kamera ein. Das Kernkraftwerk an der weißrussischen Grenze geriet weltweit in die Schlagzeilen, als im April 1986 ein Reaktorblock des Kraftwerks explodierte.

Er besichtigte u.a. das havarierte Kraftwerk und war dabei im Block 3, der nur durch eine Mauer vom havarierten Block 4 getrennt ist. Außerdem erkundete er mit seiner Kamera das Umfeld, wie beispielsweise die evakuierte Stadt Prypjat mit Krankenhaus, Schule, Kindergarten, Rummelplatz, Bahnhof, Ausflugsdampfer, Feuerwehr und Friedhof und vielem mehr.

Die Fotoausstellung im Rathaus Schleiden, die einen Ausschnitt seiner Impressionen von Tschernobyl zeigt, wurde am 1. August im Rahmen einer Vernissage im Beisein zahlreicher interessierter Gäste eröffnet.

Bürgermeister Ingo Pfennings, zugleich Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Schleiden, begrüßte die Anwesenden und dankte Bernd Wawer für die eindrucksvollen Fotos, die bis zum 31. Oktober die Wände der Rathausflure zieren. In seiner Rede umriss er nochmals die atomare Katastrophe, die sich nicht nur auf die Ukraine, sondern auch viele Nachbarländer, unter anderem auch auf Deutschland, ausgewirkt hat. Die Gefährlichkeit der atomaren Energie wurde durch die Havarie des Kernkraftwerks Fukushima im Jahr 2011 ein weiteres Mal deutlich. Mit Tihange und Doel habe man Beispiele in der Nähe, für die es eine europapolitische oder vielmehr europarechtliche Lösung geben müsse. „Leider ist das Bewusstsein für die Gefahr der Atomenergie, vor allem bei so maroden Kraftwerken, noch nicht bei allen angekommen. Die Gefahr besteht nicht nur für das direkte Umfeld, sondern wie Tschernobyl gezeigt hat, auch für die Nachbarländer. Aus diesem Grund hoffe ich, dass die Fotoausstellung, die eindrucksvoll die Auswirkungen einer solchen Katastrophe zeigt, bei Zweiflern einen kleinen Beitrag zum Umdenken leistet“, so Pfennings.

Abschließend dankte er Marita Rauchberger, Kuratorin der Galerie Eifel Kunst, die die Ausstellung mit organisiert hat, sowie der Bürgerstiftung Schleiden, die die Durchführung von Ausstellungen im Schleidener Rathaus finanziell unterstützt.

Marita Rauchberger, Kuratorin der Galerie Eifel Kunst, hob in ihrer Ansprache die unverwechselbare Handschrift von Bernd Wawer hervor, die sich in allen Fotos wiederfindet. Durch geschickt gewählte Bildausschnitte schafft es der Fotograf, jedem Bild einen besonderen Ausdruck zu verleihen. Zudem dankte Sie Bürgermeister Pfennings und der Verwaltung ausdrücklich dafür, dass „…Sie der Kunst immer so selbstverständlich einen Raum zur Verfügung stellen!

Abschließend schilderte Bernd Wawer seine persönlichen Eindrücke, die er während seiner beiden Aufenthalte in Tschernobyl gewonnen hat.  

Das Duo "Holzwurm" begleitete den Abend musikalisch
Das Duo „Holzwurm“ begleitete den Abend musikalisch

Musikalisch begleitet wurde die Vernissage durch das Duo „Holzwurm“ (Saxofon, Klarinette und Gesang).

Die Ausstellung kann während den regulären Öffnungszeiten des Rathauses Schleiden, Mo.-Fr. 7:45-12:30 Uhr, Do. 14:00-18:00 Uhr noch bis zum 31. Oktober besichtigt werden.

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