Neues Buch über Wollseifen vorgestellt


Unweit der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang, heute Nationalparkzentrum und „Internationaler Platz“, erinnern die Überreste eines verlassenen Dorfs an die Zeit des „Kalten Krieges“. Im August 1946 wurde Wollseifen zum Sperrgebiet erklärt, erst seit 2006 ist der Ort wieder für die Öffentlichkeit zugänglich. Das verlassene Dorf ist heute rund ums Jahr ein beliebtes Wanderziel und liegt nur zwei Kilometer von Vogelsang IP entfernt. In Ihrem neuen Buch „Die letzte Karre Korn – Das ehemalige Dorf Wollseifen im Nationalpark Eifel“ (Eifel-Verlag, 120 Seiten, 14,95 EUR) erzählt Gabriele Harzheim jetzt umfassend und spannend die Geschichte dieses besonderen Ortes und schließt damit gleichzeitig eine Lücke in der regionalen Literaturlandschaft.

In einem Kooperationsprojekt der Stiftung Nationalpark Eifel und Vogelsang mit der Akademie Vogelsang IP hat die Kulturwissenschaftlerin Harzheim in ihrem Werk die Historie Wollseifens intensiv beleuchtet – von frühen Besiedlungen Hochfläche im 12. Jahrhundert bis zu den bewegten und bewegenden Zeiten des 20. Jahrhunderts und Wollseifens heutigem Status als kulturhistorischer Erinnerungsort mitten im Nationalpark Eifel.

Aufbauend auf der ebenfalls von ihr entwickelten Ausstellung zur Geschichte Wollseifens in der ehemaligen und noch erhaltenen Dorfschule hat Gabriele Harzheim zahlreiche historische Dokumente, Zeitzeugenberichte und Fotos zusammengetragen. Auch für den Erhalt der Schule mitsamt Einrichtung der Ausstellung hatte sich die Stiftung Nationalpark Eifel und Vogelsang bereits finanziell eingesetzt. „Für Geschichtsinteressierte, Eifelfreunde und Urlauber ist das Buch nicht nur zu Weihnachten ein ideales Geschenk, es ist rund ums Jahr geradezu ideal als Entdeckungshelfer an dieser besonderen Stelle im Nationalpark Eifel“, sagt Henning Walter, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung.

In sechs Kapiteln lassen sich im Buch das Leben und Arbeiten früherer Generationen sowie die großen und kleinen Umbrüche der Geschichte unterhaltsam und gleichzeitig informativ ablesen. „Diese Publikation ist keine Ortschronik, vielmehr soll sie einen Überblick über die Historie des Ortes geben“, sagt Gabriele Harzheim. Zu den Zeitzeuginnen gehört Christel Küpper, die auch mit 84 Jahren noch lebhaft zu berichten weiß. Wie eine Handvoll weitere ehemalige Wollseifenerinnen und Wollseifener hat sie Berichte und Erinnerungen beigesteuert – unter anderem aus der Zeit im Jahr 1946, als das Dorf binnen drei Wochen geräumt werden musste, da es dem Truppenübungsplatz „Camp Vogelsang“ zufallen sollte.

Junge Frau mit Heurechen auf einer Wiese, im Hintergrund das Dorf Wollseifen, 1930er Jahre


Auch die heutige Wirklichkeit Wollseifens wird beleuchtet. So ist die ehemalige Pfarrkirche, eines der ganz wenigen erhaltenen Gebäude, mittlerweile ein „Ort der Stille“, an dem jedes Jahr zum Rochusfest wieder Gottesdienste stattfinden, sagt Gabriele Harzheim. Wilfried Ronig, Vorsitzender des Traditions- und Fördervereins Wollseifen, ergänzt: „Die baulichen Überreste, etwa die noch stehenden, ehemaligen Übungshäuser des Militärs, wirken ständig anders, je nach Wetter und Jahreszeit, je nach eigener Betroffenheit und Vorwissen.“

Für Albert Moritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, stellt die Publikation einen notwendigen und gelungenen Baustein des seit Jahren starken Engagements der Stiftung, des Traditions- und Fördervereins Wollseifen, des Nationalparkforstamts und vieler weiterer Akteure zur Bewahrung des kulturellen Erbes in Wollseifen dar. „Zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern der Region werden wir uns auch zukünftig für Wollseifen, den Nationalpark Eifel und Vogelsang IP, engagieren“, stellt er in Aussicht.

Das Buch „Die letzte Karre Korn – Das ehemalige Dorf Wollseifen im Nationalpark Eifel“ mit zum Teil noch nie zuvor veröffentlichten historischen sowie aktuellen Abbildungen wird im Besucherzentrum im Forum Vogelsang IP, in den fünf Toren des Nationalpark Eifel sowie im Buchhandel erhältlich sein. Außerdem ist das Werk Teil der Schriftenreihe der Akademie Vogelsang IP. Möglich wurde die Veröffentlichung maßgeblich durch die finanzielle Unterstützung der NRW Stiftung, der Kulturstiftung der Kreissparkasse Euskirchen sowie des Landschaftsverbands Rheinland (LVR).

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