Junior Ranger mit Forschern unterwegs im Nationalpark Eifel


Das war eine spannende Fortbildung. Erst in der Abenddämmerung ging es los in den immer dunkler werdenden Wald – auf der Suche nach Fledermäusen. Zwölf Junior Ranger des Nationalparks Eifel und ihre Eltern hatten sich am vergangenen Freitag zu der Fortbildung in der Umweltbildungseinrichtung Wildniswerkstatt-Düttling angemeldet. Zu später Stunde haben sie sich dort mit Sönke Twietmeyer, Zoologe aus dem Fachgebiet Forschung und Maike Schlüter, Umweltpädagogin aus dem Fachgebiet Umweltbildung der Nationalparkverwaltung getroffen.

Da staunten die Junior Ranger. Noch nie zuvor hatten sie Fledermäuse aus solch unmittelbarer Nähe betrachten können.


Das lange Wachbleiben hat sich gelohnt: An einem Teich auf dem Gelände der Wildniswerkstatt wurden drei etwa vier Meter hohe feinmaschige Fangnetze aufgestellt. Die Junior Ranger konnten viele der nachtaktiven Fledermäuse dabei beobachten, wie sie im Flug Wasser aus dem Teich getrunken haben. Dabei flogen insgesamt 24 Fledermäuse in die Fangnetze. Zoologe Twietmeyer befreite sie vorsichtig aus den Netzen, um sie genau untersuchen zu können. Die Junior Ranger durften dabei helfen, den Unterarm zu vermessen, die kleinen Tiere zu wiegen und Kotproben zu entnehmen, um herauszufinden welche Fledermausart was frisst. Besonders spannend war es, die Tiere, die sonst nur als Schatten wahrzunehmen sind, aus nächster Nähe zu betrachten. Da gab es Unterschiede bei den Arten festzustellen wie Größe, Form der Ohren oder Flügelspannweite. Faszinierend war es auch einmal den hauchdünnen Flügel einer Fledermaus vorsichtig zu berühren. Da Fledermäuse mehr als 30 Jahre alt werden können, wurden einige der Tiere beringt, damit sie bei einem erneuten Monitoringfang wiedererkannt werden.

Im Nationalpark Eifel gibt es jedes Jahr Monitoringfänge an verschiedenen Stellen. Ziel der Forschungsarbeiten ist es, herauszufinden welche Fledermausarten im Nationalpark leben, wie viele Jungtiere sie bekommen und wie hoch ihre Überlebenschancen von Jahr zu Jahr sind. Diese Daten helfen zu verstehen, warum Fledermäuse in ihrem Bestand zu- oder abnehmen. Das Vorkommen von Fledermäusen lässt außerdem Rückschlüsse auf den Zustand von Waldökosystemen zu. Im Nationalpark Eifel sind Fledermausarten auch ein Indikator für die Entwicklung von Lebensräumen in denen keine Nutzung mehr stattfindet.

Zoologe Sönke Twietmeyer aus der Nationalparkverwaltung Eifel betreut das Fledermaus- Monitoring. Insgesamt konnten an dem Abend 24 Fledermäuse aufgenommen werden.


Zahlreiche Fledermausarten sind gefährdet, daher ist der Schutz ihrer Sommer- und Winterquartiere von großer Bedeutung. In Schutzgebieten wie Nationalparken steigt der Anteil von Totholz in den Wäldern und bietet vielen Fledermausarten Quartiere und ein reiches Nahrungsangebot.

Von den im Nationalpark Eifel nachgewiesenen 18 Fledermausarten gingen sechs unterschiedliche Arten ins Netz. Neben der kleinsten Art, der Zwergfledermaus, die nur drei bis sieben Gramm wiegt und der größten Art, dem Großen Mausohr, das bis zu 30 Gramm wiegt, lernten die Junior Ranger auch das Braune Langohr, die Fransenfledermaus, die Brandtfledermaus und die Breitflügelfledermaus kennen. Gegen Ende der Aktion war es kurz nach Mitternacht, die Junior Ranger waren müde und begeistert von dem tollen Erlebnis.

Hintergrund

Jedes Jahr werden im Nationalpark ein Jahr lang in wöchentlichen Treffen neue Junior Ranger ausgebildet. Wer anschließend weiter für den Nationalpark und den Naturschutz aktiv sein möchte, kann sich zu Treffen einmal im Monat zu wechselnden Themen anmelden. Außerdem bieten aktive Junior Ranger Touren durch den Nationalpark für Familien an und unterstützen bei Präsentationsständen für den Nationalpark in der Region.

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