LEADER-Region Eifel zieht Bilanz


Egal ob „DorfBioTop!“, GenoEifel oder „Kölschkier“: Die Leader-Region Eifel hat in den vergangenen Jahren viele Vorzeigeprojekte hervorgebracht und gefördert. Deshalb zieht sie zur Halbzeit des aktuellen Förderzeitraums auch eine durchweg positive Bilanz. Drei Jahre nach der Aufnahme der Arbeit an der „Eifeldörfer in Aktion – Wir gestalten Heimat“ betitelten Förderperiode 2014-2020 (die faktisch von 2016 bis 2022 reicht) sind 85 Prozent aller Mittel in Höhe von 3,1 Millionen EUR in verwendet oder verplant. Knapp 450.000 EUR sind, verteilt auf drei Handlungsfelder, noch frei und stehen für Projekte zur Verfügung.

„Wir sind deswegen als Leader-Region so gut aufgestellt, weil wir keine künstliche Region sind, sondern uns schon lange in der Regionalentwicklung zusammengeschlossen haben“, meinte Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter als Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe der Leader-Region Eifel während einer Pressekonferenz der Leader-Region Eifel im Monschauer Rathaus. Als Bindeglied fungiere der Naturpark Nordeifel. „Wir mussten uns nicht finden, die Projekte warten auf uns“, so Ritter weiter.

Manfred Poth, allgemeiner Vertreter des Landrats im Kreis Euskirchen, bezeichnet den Naturpark Nordeifel als dessen Vorsitzender als „Klammer für die Leader-Förderkulisse“. In der vorherigen Förderphase 2007-2013 sei man eine der erfolgreichsten Regionen gewesen, der Etat sei vom Land sogar aufgestockt worden. „Während in anderen Regionen zum Teil heftig diskutiert wird, haben die Kommunen der Städteregion Aachen und der Kreise Düren und Euskirchen Vertrauen zueinander aufgebaut“, so Poth.

„Die geförderten Projekte sollten innovativ sein, deshalb ist ein wenig um die Ecke denken genau richtig“, erklärt Nicolas Gath, der mit Sascha Schmitz das Regionalmanagement der Leader-Region betreibt. Exemplarisch nannte er einige dieser innovativen Projekte. Im Bereich „Lebensraum für Jung und Alt“ sei etwa die GenoEifel ein Alleinstellungsmerkmal – noch, wohlgemerkt, denn in anderen Leader-Regionen findet man das Konzept der Generationengenossenschaft nachahmenswert. Weiter herausragende Projekte sind beispielsweise das „Beteiligung(s)mobil“, das Jugendarbeit, -beratung und -prävention in die Dörfer trägt, der Walderlebnis-Parcours „Kölschkier“ in Kalterherberg, wo laut Gath mit einer kleinen Summe eine hohe Außenwirkung erzielt wurde. In Nideggen wurde eine ehemalige Leichenhalle vom Schützenverein in einen Treffpunkt für junge Geflüchtete umgewandelt, das ehemalige Landesgartenschau-Gelände im Kommerner Mühlenpark wurde mit Spielgeräten und Fitnessgeräten ebenfalls aufgewertet. Rund 114.000 EUR sind in diesem Handlungsfeld noch verfügbar.

Einführung der Standortmarke Eifel

Bemerkenswerte Projekte im Bereich „Regionale Wertschöpfung“ sind gemeinsame Aktionen von Kronenburger See und Freilinger See, Unternehmensnachfolge in der Nordeifel, das es sogar in den Wettbewerb des Netzwerks Ländlicher Raum geschafft hat, das Eifeltrekking im Naturpark, mit dem Zelten an ausgewählten Standorten legal wird, eine Steintreppe am Rursee, die Boulderwand am Aussichtsturm Weißer Stein sowie die Einführung der Standortmarke Eifel. Die Restfördersumme in diesem Sektor beläuft sich auf rund 97.000 EUR.

Im Handlungsfeld „Klima- und Ressourcenschutz“ wurden bislang nur zwei Projekte eingestellt, weshalb hier noch 235.000 EUR Fördermittel ungenutzt sind. Zusammen mit den drei Biologischen Stationen in der Städteregion und in den beiden Landkreisen wurde das Projekt „DorfBioTop!“ entwickelt, für Manfred Poth ein gelungenes Beispiel, dass es das Thema Klimaschutz bereits vor der Europawahl gegeben hat. Als zweites Projekt wurden erst kürzlich die Mitfahrbänke vorgestellt.

Die Leader-Region Eifel ruft nun besonders private Fördersteller auf, sich mit innovativen Projekten zu melden. Manfred Poth weiß aber auch um die Hürde, die viele scheuen. Denn gefördert werden Projekte zu 65 Projekt aus diesen vom Land zur Verfügung gestellten Fördermitteln. Die restlichen 35 Prozent müssen mit Eigenmitteln der Antragssteller, etwa Vereine, finanziert werden. Aus diesem Grund will Margareta Ritter Paten und Sponsoren mit ins Boot holen.

Manfred Poth beschreibt den richtigen Weg: Projektideen sollen dem Regionalmanagement unter Telefon 02486 911122 unverzüglich mitgeteilt werden. Gemeinsam könne dann nach möglichen Partnern oder Sponsoren gesucht werden. Vielleicht gelingt es dann, ein Projekt auf die Beine zu stellen, das Dominik Hosters, Geschäftsführer des Naturpark Nordeifel, noch vorstellte: Barrierefreien Tourismus im Nationalpark. Besonders in den Unterkunftsbetrieben bestehen in diesem Bereich noch Lücken, weshalb kleine und mittlere Unternehmen Barrierefreiheit umsetzen sollen. „Wir wollen als Eifel in dem Sektor noch stärker auftreten“, so Hosters. Momentan befindet sich das Projekt in der Prüfung.

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