Offene Lernbereiche sorgen künftig für neue und moderne Lernformate


Lernen braucht Raum...

... das ist den Verantwortlichen für die Entwicklung des Städtischen Johannes-Sturmius-Gymnasiums seit dem vergangenen Herbst an vielen Stellen im schulischen Alltag und bei der konzeptionellen Arbeit für die Schulentwicklung in besonderer Weise bewusst geworden.

Mit der Frage, wie das zu einem modernen Schulkonzept passende Angebot an Lernräumen aussehen sollte, hatte man sich aber auch schon zuvor bereits befasst. Durch die Planungen zum Wiederaufbau nach den Bränden hat das Thema aber eine größere Bedeutung bekommen.

Die bereits weit entwickelten und leistungsfähigen digitalen Lernmöglichkeiten werden am JSG vielfältig genutzt. Die Entwicklung neuer Lernformate, bei denen individuelles und auch kreativ-produktives Lernen einen größeren Stellenwert haben, als im gewohnten Klassenunterricht, ließ deutlich werden, dass oftmals mehr Raum für attraktive Lernarrangements benötigt wird. Es war offensichtlich, dass man mit 25 Schülerinnen und Schülern in einem Klassenraum z. B. schlecht individuelle Lernclips erarbeiten und aufzeichnen kann. Dafür geeignete Räume sind in früheren Zeiten bei der Planung von Schulbauten kaum vorgesehen worden. 

Diese Erfahrung machen alle Schulen, die sich auf den Weg der Einbindung von Digitalisierung in den Unterricht begeben, und allerorten ist man auf der Suche nach Lösungen für die räumlichen Herausforderungen, die moderne Unterrichtskonzepte mit sich bringen.

Offene Lernräume, die flexibel genutzt werden können und im Idealfall das Zentrum eines Clusters von mehreren Klassen- und Fachräumen und zugehörigen Funktionsräumen darstellen, werden als taugliches Element im Raumkonzept einer Schule betrachtet. Offene Lernräume, die mit den umliegenden Klassenräumen über Sichtachsen verbunden sind und daher von Schülerinnen und Schülern als natürlicher Teil der eigenen Lernumgebung wahrgenommen werden, ermöglichen die zeitweise Auflösung des engen Klassenverbands, wenn es darum geht, sich neugierig, individuell und intensiv auf gestellte Aufgaben einzulassen.

Räumliche Lerncluster oder auch Raumarrangements nach dem Prinzip Klassenraum+ haben darüber hinaus den Effekt, dass es einen engeren Bezug der Schülerinnen und Schüler zu ihrem Lernbereich im Gebäudekomplex und damit auch ein höheres Maß an Eigenverantwortung für die Lernräume gibt. Eine insgesamt aktivere Haltung kann so gefördert werden.

In der Oberstufe am JSG kennt man eine Zuordnung der Geschosse zu den Schulstufen und die damit verbundene Identifikation mit bestimmten Lernräumen schon lange, aber eben nur als Klassenflure. Ging man in früheren Zeiten zu den 11ern, 12ern oder 13ern, so geht man heute in die EF, die Q1 oder die Q2.

Die Neugestaltung des sogenannten A-Traktes, also des Altbaus der Schule im Zuge des Wiederaufbaus, bietet nun die Möglichkeit, solche Zuordnungen auch für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I zu schaffen. Das Konzept ist aber moderner und weitergehender. Klassen oder Klassenstufen werden in flexibler nutzbaren Raumeinheiten zusammengefasst. Der Raum als "dritter Pädagoge", wie es z. B. auch die Bundeszentrale für politische Bildung in ihrem Onlineartikel zu neuen Konzepten im Schulbau in Erinnerung an die Ideen Loris Malaguzzis anspricht (1), kann so dann auch lernwirksam werden. Die Chancen, die sich am JSG beim Wiederaufbau im Bestand ergeben, werden konstruktiv genutzt.

Aktuelle Planungen der offenen Lernbereiche


Die weiteren Planungen für die multifunktionale Nutzung des Schulgebäudes sehen auch vor, den heutigen Foyerbereich und das Selbstlernzentrum zu einer offeneren Lernlandschaft zu entwickeln. War das Selbstlernzentrum bislang nur durch eine kleine Tür vom wartehallenartigen Foyer aus zu erreichen, so sollen diese beiden Räume zukünftig sichtbar verbunden werden. Gleich beim Betreten der Schule soll deutlich werden, dass hier Lernen im Mittelpunkt steht. Schülerinnen und Schülern werden in der durch die transparente Verbindung der Räume entstehenden, offeneren Lernumgebung geeignete Lernorte angeboten, wenn es darum geht, digital unterstützt individuell zu arbeiten.

Die Grundidee, neue Lernräume zu schaffen, welche Lernfreude unterstützen und neue Lernmöglichkeiten ausweiten, prägt das Raumkonzept für die Wiedererrichtung und Weiterentwicklung des Gebäudekomplexes des JSG. Dazu gehören auch die Freiraumklasse auf einem Erweiterungsbau und die Schaffung von Ergänzungsflächen in großzügig angelegten Flurbereichen. Ein kleiner Bühnenraum kann eine dramaturgisch angereicherte unterrichtliche Arbeit im JSG unterstützen. Er bereichert zugleich das Raumangebot, das von den weiteren Bildungsträgern die im JSG angesiedelt sind, bestens genutzt werden kann. Sie tragen mit dazu bei, dass das Gebäude des JSG als zentraler Bildungsstandort im Stadtkern wahrgenommen wird.

(1) https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/278835/der-raum-als-dritter-paedagoge-ueber-neue-konzepte-im-schulbau


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