Gemeinsam aktiv gegen Motorradlärm


Unnötiger Motorradlärm ist in weiten Teilen Deutschlands und in den angrenzenden Regionen ein großes und belastendes Problem für die betroffenen Bürger und die Natur. Sehr viele landschaftlich schöne Gegenden in ganz Deutschland leiden von Frühling bis Herbst unter dem unerträglichen Lärm, den frisierte oder zu schnelle Motorräder verursachen. Leidgeprüfte Anwohner und Touristen, die in den betroffenen Erholungsgebieten ihre Ruhe
suchen, werden von illegal manipulierten Motorrädern oder rücksichtslosen Fahrern zur Verzweiflung gebracht. Zwei besonders stark betroffene Gebiete sind der Nationalpark Eifel und das Landschafts- und Naturschutzgebiet Müglitztal im Osterzgebirge.

In der Eifel gründeten Anfang 2019 acht Kommunen den Verein Silent Rider e.V., dem sich bis heute zahlreiche weitere Landkreise, Städte, Gemeinden und Interessensgemeinschaften (IG) aus mehreren Bundesländern angeschlossen haben. Im Osterzgebirge kämpft die IG Müglitztal bereits seit 2008 gegen unnötigen Motorradlärm. „Bisher war das ein recht einsamer Kampf“, sagt Sprecherin Bärbel Lehmann. „Zwar haben wir schon viele Aktionen durchgeführt und uns mittlerweile auch Gehör in Politik und Verwaltung verschaffen können, Symptome wurden verbessert, die grundsätzliche Problematik ist aber noch die gleiche.“ Deshalb ist die IG Müglitztal nun auch Silent Rider beigetreten. „Der Verein leistet
sehr gute Arbeit und sein Ansatz, eine für alle Seiten – Anwohner, Motorradfahrer und Hersteller – annehmbare Lösung zu finden, deckt sich mit unserem Ansatz. Ich hoffe, dass wir gemeinsam einen Durchbruch erzielen werden.“

Erster Erfolg im Bundesrat
Einen ersten großen Erfolg erzielte Silent Rider diesen Mai, als die Landesregierung NRW einen Antrag zur wirksamen Minderung und Kontrolle von Motorradlärm in den Bundesrat einbrachte und die Länderkammer am 15.05.2020 die Entschließung verabschiedete, die Bundesregierung solle sich bei der EU-Kommission für wirksame Maßnahmen gegen Motorradlärm einsetzen.

Silent Rider fordert u.a. eine spürbare Erhöhung der Bußgelder für Verstöße jeglicher Art, die Möglichkeit der sofortigen Stilllegung des Fahrzeugs bei nicht genehmigten Veränderungen, die Einführung einer Halterverantwortung und von gerichtsfesten Lautstärkemessverfahren, ein generelles Verbot von geräuschverstärkendem Sounddesign sowie die Einführung einer Schallobergrenze und eine staatliche Förderung für E-Motorräder.

Auspuffanlage eines Motorrads

Jede Stimme zählt für jedes Dezibel weniger
Zu den Maßnahmen der bundesweiten Kampagne gehört auch eine Online-Petition gegen Motorradlärm. Auf www.silent-rider.de oder www.openpetition.de können Betroffene und Menschen, die sich mit Betroffenen solidarisch zeigen, ihre Stimme gegen unnötigen Motorradlärm abgeben. Mit der Petition möchte sich die Initiative Gehör und Gewicht beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages verschaffen, mehr Aufmerksamkeit und eine höhere
Reichweite im zielführenden Diskurs mit der Politik erzielen.

Silent Rider e.V. ist eine bundesweite Initiative gegen unnötigen Motorradlärm. Ziel der Mitglieder – betroffene Kommunen, Regionen und Zielgruppen – ist es, auf die Problematik des Motorradlärms in vielen Teilen Deutschlands hinzuweisen und die Hersteller sowie die Politik in die Verantwortung zu nehmen. Silent Rider verfolgt dabei ganz konkrete Ziele wie ein Lärmschutzgesetz mit niedrigeren Grenzwerten, höheren Strafen für Manipulationen am Motorrad, die Einführung einer allgemeinen Halterhaftung für Motorräder und vieles weitere mehr. Die Initiative richtet sich ausdrücklich nicht gegen Motorradfahrer an sich, sondern gegen die schwarzen Schafe unter ihnen, die den vermeidbaren Lärm erzeugen.

Die Interessengemeinschaft Müglitztal setzt sich für einen ausgewogenen Tourismus ein. Davon sollen Fahrradfahrer, Wanderer, Genussbiker, Anwohner, Natur und Gewerbetreibende profitieren. Die IG will erreichen, dass ein Wandel im Motorradfreizeitvergnügen stattfindet und dass in absehbarer Zeit die lärmgeplagten Hotspots eine spürbare Entlastung erhalten.

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