Präventionsprogramm: Mein Körper gehört mir!


Dieses Projekt finanzierte sich in diesem Jahr über Spenden verschiedener Stiftungen und Vereine. An dieser Stelle sei die Stiftung „Menschen gegen Missbrauch“ und der Förderverein der Schule zu  nennen, die zur Finanzierung des Projektes beitgetragen haben.

„Mein Körper gehört mir“ ist ein Präventionsprogramm gegen sexuelle Gewalt. Es soll die Kinder motivieren, ihre Gefühle wahrzunehmen, zu äußern und ihnen zu folgen. Sie lernen sich und ihren Körper besser zu schützen und, dass sie sich nicht alles gefallen lassen müssen. „Nein!“ zu sagen ist wichtig. Ob es nun um ziependes Haare kämmen geht oder um den Nachbarn, der einen an den Po fasst. Wann kippt eine Situation vom Angenehmen ins Unangenehme? Wann werden die persönlichen Grenzen überschritten? Mit solchen und weiteren Fragen werden die Schülerinnen und Schüler konfrontiert. Sie lernen dadurch ihre Gefühle sensibler wahrzunehmen und das Vertrauen in diese zu stärken. Unterstützt und vertieft werden die Veranstaltungen durch die Klassenlehrerinnen, die einzelne Themen erneut aufgreifen, noch einmal besprechen oder offene Fragen beantworten. Im Vorfeld fand ein sehr gut besuchter Elternabend statt, bei dem die Eltern auch die Gelegenheit bekamen sich das komplette Programm anzuschauen, Fragen zu stellen und Tipps bekamen wie sie ihre Kinder stärken können.

Bei dem Projekt handelt es sich um eine interaktive Szenencollage, die sich in drei Teile gliedert. Im ersten Teil geht es darum, das Ja- und das Nein-gefühl bewusst wahrzunehmen und um das Recht, Nein sagen zu dürfen. Beim zweiten Teil steht sexueller Missbrauch durch Fremdtäter im Mittelpunkt und im dritten Teil wird der Missbrauch innerhalb der Familie thematisiert. Dabei werden kurze alltagsnahe Szenen geschildert, in denen die körperlichen Grenzen von Kindern überschritten und verletzt werden. Es handelt sich um keine Show, sondern um eine lebhafte Unterhaltung zwischen den Theaterpädagogen und den Kindern. Auch während der Szenen werden die Kinder mit Fragen einbezogen wie z.B. „Was denkst du, wie fühlt sich der Junge jetzt gerade? Was hättest du an seiner Stelle gemacht?“ Dabei sind die Szenen nah am Alltag erzählt, sodass die Kinder leicht nachvollziehen können, wie andere Jungen und Mädchen ihre Nein-Gefühle erkennen und äußern. Sie können beobachten wo und wie sie Hilfe finden, bspw. bei der Mutter, die zuhört, beim Hausmeister, der die Polizei einschaltet oder bei der Lehrerin, die ein offenes Ohr für sie hat. Die Kinder werden dazu angeregt, mitzudenken, zu reden und zu fühlen und verinnerlichen auf diese Weise die Botschaften der Geschichten langfristig.

Den Kindern der Grundschule Schleiden gefällt das Projekt sehr gut. Die Szenen, die dargestellt werden sind zwar ernst, aber zugleich auch humorvoll. Ab und zu, während der Szenen, hörte man ein leises Kichern oder sogar lautes Gelächter. Das ist wichtig, denn Lachen befreit und macht Mut. Auf die Frage „Was nimmst du aus diesem Projekt für dich selbst mit? Was hast du gelernt?“ antwortet ein Mädchen aus dem 3. Schuljahr: „Ich habe mir die drei Fragen gemerkt, die ich mir stellen soll, wenn ich auf Fremde treffe:

1. Habe ich ein Ja- oder ein Nein-Gefühl?
2. Weiß eine vertraute Person wo ich bin, wenn ich mitgehe?
3. Bekomme ich Hilfe, wenn ich welche brauche?“

Ein Junge antwortet: „ Wenn ich ein Nein-Gefühl habe, dann darf und muss ich das auch sagen.“ Die persönlichen Grenzen von Kindern darf niemand verletzen. Wer seinen Gefühlen vertraut, hat eine Chance, sich zu wehren. Kinder, die wissen, wie sie sich in unsicheren Situationen verhalten können, gehen gestärkt durchs Leben. Am Ende nehmen sie nicht nur die erfahrenen Geschichten und Gefühle mit, sondern auch eine Telefonnummer, unter der sie Menschen erreichen, die ihnen weiterhelfen können.

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