Illegale Abfallentsorgung gefährdet die Natur


Zur Pflege der Gärten gehört auch das Mähen der Grünflächen. Leider ist wieder vermehrt festzustellen, dass anfallende pflanzliche Abfälle wie Rasenschnitt, Gehölzschnitt und dergleichen auf den Ufer- oder Gewässerrandstreifen der Fließgewässer abgelagert werden. Diese Ablagerungen sind jedoch verboten, denn sie beeinträchtigen die ökologischen Funktionen der Gewässer, zu denen neben dem reinen Gewässerlauf auch die Ufer und Gewässerrandstreifen gehören. Sie verstoßen sowohl gegen das Landeswassergesetz NRW als auch das Wasserhaushaltsgesetz sowie gegen naturschutzrechtliche Schutzvorschriften.

Ablagerungen innerhalb des Ufers und des Gewässerrandstreifens beinhalten stets die Gefahr, abgeschwemmt zu werden, und können dann zu Verstopfungen an engen Durchlässen und Verrohrungen führen. Überschreiten die Ablagerungen eine bestimmte Mächtigkeit (bei pflanzlichen Abfällen können bereits wenige Zentimeter genügen), wird die natürliche Verrottung durch einsetzende Gärung behindert, ähnlich wie in einem Gärfuttersilo. Die aus der zudem oft stinkenden Masse austretenden sauren Sickersäfte führen im Gewässer zu Sauerstoffzehrung, Faulschlammbildung, Nährstoffanreicherung und Beeinträchtigung der Tierwelt im Gewässer. Bei Niedrigwasser und erhöhter Wassertemperatur im Sommer kann dieser Eintrag im Extremfall zum „Umkippen“ des Gewässers und somit zu einem Fischsterben führen. Andreas Glodowski, Beauftragter der Stadt Schleiden für Klima und Umwelt,  appelliert daher an die Bürgerinnen und Bürger: „Kompostieren von Grünabfällen und Rasenschnitt auf dem eigenen Grundstück gerne - bitte aber nicht in einem Gewässerrandstreifen.“ Dieser sollte in einer Breite von fünf Meter ab dem Ufer naturnah belassen werden.

Aber nicht nur die Lagerung oder der Eintrag von Grünabfall an und in Gewässer stellt zunehmend ein Problem dar. Immer öfter werden Gartenabfälle, Hecken- und Rasenschnitt einfach entlang von Wirtschafts- und Waldwegen in die offene Landschaft gekippt. Aus einem scheinbar harmlos aussehenden Haufen Rasenschnitt entstehen schnell kleine Müllkippen. Zum Rasenschnitt gesellen sich gerne andere Grünabfälle, denen oftmals leider Bauschutt und andere Abfälle bis hin zu Altreifen und Elektrogeräten folgen. „Nachzuvollziehen ist das nicht!“ meint Bürgermeister Pfennings, da es ja ausreichende Möglichkeiten der Entsorgung gibt. Wer seinen Grünabfall nicht auf dem eigenen Grundstück kompostieren kann oder will, dem steht nach Anmeldung dieser die problemlose Entsorgung mittels der braunen Tonne zur Verfügung. Größere Mengen, wie z.B. der jährliche Heckenschnitt, können gegen eine geringe Gebühr in der Kompostieranlage des Kreises Euskirchen in Strempt abgeladen werden. „Das gibt dann eine echte Win-Win-Situation“, äußert Glodowski. „Der Grünabfall wird fachgerecht entsorgt und ergibt eine gute Komposterde, die im Gartenbau oder auf den Feldern wieder zum Einsatz kommen kann.“ Für das Landschaftsbild wäre es überdies auch zuträglich, wenn nicht überall an den Wegesrändern solche „grünen“ Müllkippen entstehen. „Ich hoffe, dass im Zweifelsfall die Vernunft gegenüber der Bequemlichkeit siegt: Grünabfälle und vor allem Müll gehören nicht in die Natur. Das sind wir nicht nur dem Naturschutz, sondern auch der Pflege und der Erhaltung unserer Heimat schuldig,“ appelliert Bürgermeister Pfennings.

Informationen zur Entsorgung von Grünabfällen

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