Die Gemeinschaft der Motorradlärmgegner wächst


Was haben der Ennepe-Ruhr-Kreis, die Verbandsgemeinde Adenau und die Gemeinde Herscheid gemeinsam? Ihre Bürger leider – teils massiv – unter unnötigem Motorradlärm. Daher haben sie sich in dieser Woche der bundesweiten Initiative gegen Motorradlärm Silent Rider e.V. angeschlossen. Was letztes Jahr als Zusammenschluss von acht Kommunen aus der Eifel begann, hat sich seither zu einem deutschlandweit aktiven Verein mit zahlreichen Mitgliedern aus mehreren Bundesländern entwickelt. Die hier vertretenen Landkreise, Städte, Gemeinden und Interessensgemeinschaften haben das gemeinsame Ziel, den Motorradlärm in ihrer Region zu verringern.

Motorradlärm ist eine Belastung gerade in Erholungsgebieten

Unnötiger Motorradlärm ist in weiten Teilen Deutschlands und in den angrenzenden Regionen ein großes und belastendes Problem für die betroffenen Bürger und die Natur. Sehr viele landschaftlich schöne Gegenden in ganz Deutschland leiden von Frühling bis Herbst unter dem unerträglichen Lärm, den frisierte oder zu schnelle Motorräder verursachen. Leidgeprüfte Anwohner und Touristen, die in den betroffenen Erholungsgebieten ihre Ruhe suchen, werden von illegal manipulierten Motorrädern oder rücksichtslosen Fahrern zur Verzweiflung gebracht. Aber auch der Großteil der Motorradfahrer, die sich rücksichtsvoll und vorbildlich verhalten, müssen Streckensperrungen, Ausgrenzungen oder pauschale, öffentliche Diffamierungen oder Anfeindungen ertragen.

Konkrete Forderungen an Politik und Hersteller

Silent Rider fordert u.a. ein generelles Verbot von geräuschverstärkendem Sounddesign, eine spürbare Erhöhung der Bußgelder für Verstöße jeglicher Art, die Einführung einer Halterverantwortung und von gerichtsfesten Lautstärkemessverfahren, sowie die Einführung einer Schallobergrenze und eine staatliche Förderung für E-Motorräder.

Erster Erfolg im Bundesrat

Einen ersten großen Erfolg erzielte Silent Rider diesen Mai, als die Landesregierung NRW einen Antrag zur wirksamen Minderung und Kontrolle von Motorradlärm in den Bundesrat einbrachte und die Länderkammer am 15.05.2020 die Entschließung verabschiedete, die Bundesregierung solle sich bei der EU-Kommission für wirksame Maßnahmen gegen Motorradlärm einsetzen.

Jede Stimme zählt für jedes Dezibel weniger

Zu den Maßnahmen der bundesweiten Kampagne gehört auch eine Online-Petition gegen Motorradlärm. Auf www.silent-rider.de oder www.openpetition.de können Betroffene und Menschen, die sich mit Betroffenen solidarisch zeigen, ihre Stimme gegen unnötigen Motorradlärm abgeben. Mit der Petition möchte sich die Initiative Gehör und Gewicht beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages verschaffen, mehr Aufmerksamkeit und eine höhere Reichweite im zielführenden Diskurs mit der Politik erzielen.

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