„Bisher keine Auffälligkeiten“


Der Start des Impfzentrums in Marmagen ist gelungen. Frank Gummelt, eigentlich Kreisverbandsarzt des Roten Kreuzes, sprach in seiner Funktion als Ärztlicher Leiter der Kassenärztlichen Vereinigung im Kreis Euskirchen von einem bislang reibungslosen Ablauf ohne Störfälle. Landrat Markus Ramers weiß, dass die Geimpften mit großer Erleichterung das Impfzentrum verlassen, denn „es ist ein kleiner Piks, mit dem das Leben wieder normalisiert wird“.

Der Mammutaufgabe der Corona-Impfungen stellt sich im Kreis Euskirchen eine ganze Gemeinschaft von Organisationen, darunter die Kassenärztliche Vereinigung, die Apotheken, die Kreisverwaltung, das THW, die Bundeswehr, der Malteser Hilfsdienst, die Feuerwehr, die DLRG und die Kreispolizei – und natürlich auch das Deutsche Rote Kreuz. „Mein Eindruck: Alle helfen mit großer Freude“, sagt Markus Ramers. Und auch Frank Gummelt ist voll des Lobes: „Das Team ist eins! Wir gemeinsam haben das Ziel, dass dieses Impfzentrum funktioniert.“

Seit nun einem Jahr ist der Rotkreuz-Kreisverband an vorderster Front, wenn es um die Bewältigung der Aufgaben in der Corona-Pandemie geht. Das DRK hat eine Corona-Hotline für den Kreis eingerichtet und das PCR-Test-Zentrum in Mechernich sowie einen mobilen Test-Fahrdienst. Natürlich war es da keine Frage, dass die Hilfsorganisation auch im Impfzentrum aktiv ist, das seit dem 15. Dezember einsatzbereit ist.

DRK mit neun Leuten am Start
Von Anfang an war das Rote Kreuz in die Planungen involviert. Die Aufgabe der neun Helfer: Sie empfangen jeden Geimpften in der früheren Eifelhöhen-Klinik und stellen deren Nachsorge sicher. Hauptamtlicher Leiter dieses Nachbeobachtungsbereichs ist Timo Prinz, der seit 15 Jahren als Ehrenamtler im Dienst des Roten Kreuzes steht und Vorstandsmitglied und Zugführer im Ortsverein Zülpich ist. Das Rotkreuz-Team in Marmagen bestehe vor allem aus hauptamtlichen Kräften. „Wir hatten das Team schnell zusammengestellt, dennoch war es ein Kraftakt“, so Timo Prinz.

Jeder Geimpfte sollte sich für 30 Minuten in die Obhut der Rotkreuzler begeben. „Wir kümmern uns um die Leute und hatten an den ersten beiden Tagen keine Auffälligkeiten oder Nebenwirkungen“, berichtete Timo Prinz zu Beginn des dritten Tages im Impfzentrum.

Es kann schon mal sein, dass man Menschen, die beispielsweise an Bluthochdruck litten und besonders aufgeregt waren, etwas beruhigen muss nach der Impfung. „Einige Menschen sind es auch nicht gewohnt, solange die Maske zu tragen. Wir helfen ihnen dann mit einem Glas Wasser“, erklärt Timo Prinz.

Und wie sind die Reaktionen derjenigen, die frisch geimpft sind? „Die meisten Leute sind froh, dass sie geimpft wurden. Und alle hier sind freundlich und dankbar“, beschreibt Prinz die Stimmung.

Ab März steigt das Kontingent
Bis Ende Februar stehen im Impfzentrum pro Woche 800 Dosen des Biontech-Impfstoffes zur Verfügung, mit dem derzeit die über 80-Jährigen geimpft werden. Ab März steigt das wöchentliche Kontingent dieses Impfstoffs auf 1300 an. Mitte der ersten Impfwoche kamen dann auch die ersten Impfdosen von AstraZeneca, bis Monatsende stehen auch hiervon 800 wöchentlich zur Verfügung. „Dieser Impfstoff wird für die Sondergruppe verwendet, also Mitarbeiter des ambulanten Pflegedienstes und des Rettungsdienstes“, sagte Udo Crespin, Leiter des Führungsstabes.

Crespin nannte auch weitere Zahlen. So werden bis zum Valentinstag alle 3992 Bewohner und Mitarbeiter in den 31 stationären Pflegeeinrichtungen im Kreis Euskirchen ihre Erstimpfung erhalten haben. Mehr als die Hälfte von ihnen ist sogar bereits zum zweiten Mal geimpft. Dafür zuständig waren mobile Teams mit acht Ärztlichen Leitern der Kassenärztlichen Vereinigung sowie Apothekern. Diese Teams waren seit dem 27. Dezember im Einsatz.

Am 8. Februar begann dann parallel der Start im Impfzentrum. Die Impfungen selbst werden von Ärzten, die eigentlich eine Praxis betreiben, oder Ärzten im Ruhestand durchgeführt. „Die Bereitschaft, sich einzubringen, ist groß“, sagte Frank Gummelt. Einige Hausärzte klären in ihren Praxen sogar Patienten über die Impfung auf, was den Vorgang im Impfzentrum beschleunigt.

Im Impfzentrum selbst sind derzeit nur zwei der fünf Impfstellen geöffnet. „Ausgelegt ist das Impfzentrum auf 600 Impfungen pro Tag“, erklärt Gummelt. Es fehlt dafür aber an Impfstoff. Je nach Hersteller ist auch der Aufwand unterschiedlich: Für den Biontech-Impfstoff sind auch Apotheker vor Ort zwingend erforderlich, die aus den Ampullen mindestens fünf, manchmal sogar sechs Impfdosen erstellen. Insgesamt, so Udo Crespin, sind an den beiden Impfstrecken insgesamt 55 Menschen im Einsatz.

pp/Agentur ProfiPress

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