Alter „Penne“ einen Besuch abgestattet


Sonja Steffen, 1963 in Dreiborn geboren, lebt heute in Stralsund, wo sie seit 2004 als Fachanwältin für Familienrecht ihre eigene Kanzlei führt.

Nach dem Abitur am Städtischen Gymnasium in Schleiden mit dem Abschluss der Allgemeinen Hochschulreife und einer Ausbildung sowie beruflichen Tätigkeit beim Landschaftsverband Rheinland als Verwaltungswirtin absolvierte sie ein Jurastudium an der Universität in Köln. Dieses hat sie 1995 mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen beendet. Seitdem arbeitet sie als Dozentin und Rechtsanwältin.

Als Seiteneinsteigerin in der Politik kandidierte Sie 2009 erstmals bei der Bundestagswahl im - wie sie auf ihrer Website schreibt - schönsten Wahlkreis Deutschlands zu dem die beiden Hansestädte Greifswald und Stralsund, der Landkreis Vorpommern-Rügen und das Amt Landhagen gehören. Seitdem ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages.

Über Weihnachten besuchte sie ihre alte Heimat und stattete ihrer alten Schule, dem heutigen Johannes-Sturmius-Gymnasium Schleiden einen Besuch ab.

Erster Beigeordneter Marcel Wolter und Kerstin Wielspütz (Öffentlichkeitsarbeit) trafen sich mit ihr im neu eröffneten Schultrakt zum Gespräch.

Frau Steffen, wir stehen hier im modernisierten Schultrakt, ausgestattet mit der modernsten Technik. Wie gefallen Ihnen die neuen offenen Lernbereiche, die seit den Herbstferien in Betrieb sind?
Steffen: Sie sind sehr einladend! Und absolut im Trend. Gerade jetzt, wo Homeoffice und “neue Arbeitswelten” ein großes Thema sind, stellen diese Lernbereiche eine tolle Vorbereitung fürs künftige Berufsleben dar.

Können Sie sich noch daran erinnern, wie es hier zu Ihrer Schulzeit ausgesehen hat?
Steffen: Ich kann mich noch sehr gut erinnern. Ich weiß noch genau, wo welcher Klassenraum war. An die Aula erinnere ich mich gut und an den Pausenhof natürlich auch.

Overheadprojektoren, Beamer und Whiteboards sind schon Schnee von gestern. Digitale Tafelsysteme ziehen nach und nach in die Klassenräume ein. Was halten Sie von der fortschreitenden Digitalisierung in den Schulen?
Steffen: Ich bin von der Notwendigkeit der Digitalisierung überzeugt. Sie könnte schneller geschehen. Unser föderales System ist zwar aus demokratischen Gesichtspunkten sehr wichtig, aber manchmal eben auch etwas schwerfällig.

Was glauben Sie bringt die neue Technik für Vorteile?
Steffen: Vorteile sind, dass die Technik nicht aufzuhalten ist und wir so auf dem Weltmarkt mithalten können. Digitalisierung bietet die Möglichkeit,  moderne Lehrmethoden anzuwenden und möglichst viele Bildungsschichten zu erreichen, damit jeder Mensch eine ordentliche Bildung erhalten kann.

Sehen Sie auch Nachteile?
Steffen: Klar. Wenn die Menschen nur noch auf ihre Tablets und Handys schauen, gibt das nicht nur Haltungsschäden. Es macht auch etwas mit der gesamten Wahrnehmung. Persönliche Gespräche und Vermittlung von Wissen kann Technik nicht ersetzen.

Zu ihrer Schulzeit war an Technik noch gar nicht zu denken. Wenn Sie es sich aussuchen könnten: Würden Sie heute gerne nochmal unter diesen Voraussetzungen zur Schule gehen?
Steffen: Unter den neuen Voraussetzungen – auf jeden Fall. Ich würde noch mal richtig was dazu lernen!

Kommen wir noch einmal auf Ihre Schulzeit in Schleiden zurück: Denken Sie gerne an diese Zeit zurück? Warum?
Steffen: Ich denke voller Freude an meine Schulzeit zurück. Ich habe diese Schule und die Schulzeit geliebt. Meine besten Freunde habe ich dort kennengelernt. Und viel fürs Leben gelernt habe ich auch.

Gibt es ein besonderes Erlebnis oder Highlight aus Ihrer Schulzeit am Städtischen Gymnasium, was Ihnen in Erinnerung geblieben ist?
Steffen: So viele! Zum Beispiel die berühmten Versuche von Herrn Schuldt im Physik-Unterricht. Die philosophische Nachdenklichkeit von Herrn Rilke und Frau Stippler, beide tolle Lehrer, die meinen Blick auf die Welt geschärft haben. Unser „last school day“ wo der damalige „Direx“ Herr Bab persönlich hinter uns her lief über die Schulgänge. Ich könnte die Zahl der Erlebnisse seitenlang erweitern!

Ihre Lieblingsfächer?
Steffen: Meine Lieblingsfächer waren Sport und Deutsch und Geschichte.

Ihr(e) Lieblingslehrer?
Steffen: Herr Rilke und Frau Stippler.

Kommen Sie nochmal zu Besuch, wenn der letzte Bauabschnitt fertig gestellt ist?
Steffen: Auf jeden Fall sehr gern! Es hat großen Spaß gemacht, mir meine alte Penne noch einmal von innen anzuschauen.


Herzlichen Dank für das Gespräch. Wir freuen uns, wenn Sie uns mal wieder besuchen!