Langjährige Schulpartnerschaft gestärkt


Nach geduldiger und sorgfältiger Vorbereitung war es endlich so weit: Die erste Schüler:innengruppe des Johannes-Sturmius-Gymnasium Schleiden (JSG) konnte die Partnerschüler:innen an der Mapeera Secondary School Kalungu in Uganda besuchen.

Die Partnerschaft der beiden Schulen besteht seit fast zehn Jahren, und das JSG konnte u.a. durch den jährlichen „Aktionstag für Afrika“ so manchen Beitrag leisten, um die äußeren Lernbedingungen an der afrikanischen Partnerschule zu verbessern. Auch zwischen den beiden Schulleitern hatte es bereits Austauschaufenthalte gegeben, und die Uganda-AG der deutschen Schüler:innen und ihr Pendant in Uganda, der „Germany Club“, hatten bereits langfristige Beziehungen geknüpft. Nun aber, nach gründlicher Vorbereitung auf die interkulturelle Begegnung u. a. bei den mehrtägigen Videokonferenzen des Fördermittelgebers ENSA, nach erfolgter reisemedizinischer Beratung, Visa-Beschaffung, Ticket-Buchung und bedachtsamem Packen, ging es endlich los.

10 Schüler:innen des JSG, machten sich in der letzten Woche des Schuljahres für knapp drei Wochen auf den Weg nach Uganda. Begleitet wurde die Schüler:innengruppe von den Lehrer:innen Michaela Schnettker als Delegationsleiterin, Andrea Strätz, Henning Hülsmann und Andrea Jöbkes.

Schon beim ersten Mittagessen in Uganda, das wie immer sehr ansprechend zusammengestellt war, kamen die Schleidener Reisenden in den Genuss von tropischen Früchten, die sich als echte Gaumenfreude erwiesen und ganz anders schmeckten, als man sie in Deutschland kennt. Da waren die Strapazen der fast 30-stündigen Anreise schnell vergessen.

Untergebracht war die Reisegruppe im Guesthouse der Nachbarschule, eines großen Internats, das einen an ugandischen Verhältnissen gemessen recht hohen Komfort bot. Auch wenn die Zimmer sehr einfach eingerichtet waren, gab es Duschen, WCs und Kühlschrank. Die Gastgeber der Mapeera School hatten auch dafür gesorgt, dass es WLAN gab, so dass selbst der Zugang zum Internet und damit die Verbindung in die Heimat gesichert war. Verpflegt wurden die Reisegruppe mit extra zubereitetem Essen im Guesthouse oder im Haus des Schulleiters - eine hervorragende Rundumversorgung.

Die Begegnungsreise sollte vor allem dazu dienen, miteinander vertrauter zu werden und sich über die Dinge auszutauschen, die Schüler:innen bewegen. Das gemeinsame Thema der Begegnungsreise: „Klimawandel und Plastikverschmutzung – Globale Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung in der Einen Welt“ bot dazu vielfältige Anlässe.

Vor Ort wurde das Thema „Plastikverschmutzung in Deutschland“ durch eine Schülerinnenpräsentation eingeführt und die Problematik erarbeitet. Im Anschluss an einen Besuch bei Bürgermeister John Kiragga wurde in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung eine Müllsammelaktion der Schüler:innen der gesamten Schule unter dem Motto „Clean Up Kalungu“ beschlossen, die bei der Bevölkerung sehr gut aufgenommen wurde. In mehreren Gruppenarbeitsstunden zeigten die afrikanischen Schüler:innen ihren deutschen Gästen, wie sich Plastik im Alltag zu nützlichen und schönen Gegenständen verarbeiten lässt.

Bei einem Besuch im Recyclingzentrum der Diözese Masaka konnten verschiedene Möglichkeiten gezeigt und diskutiert werden, aus gebrauchtem Plastik mit Hilfe von Maschinen Neues herzustellen – von Pflastersteinen und Möbeln bis zu Blumentöpfen und Schmuck. In der Bistumsverwaltung trafen die Schüler:innnen auch Bischof Serverus Jjumba und Bildungskoordinator Father Michael und erfuhren, wie von hier aus die in Uganda unersetzliche Arbeit der Kirche in den Bereichen Bildungs- und Gesundheitswesen organisiert wird.

Die Folgen des Klimawandels wurden bei einer Fahrt zum Viktoriasee und vor allem bei einem Besuch im Queen-Elizabeth-Nationalpark im Westen des Landes sichtbar; schon, als die ersten verdorrten Maisfelder vor den Busfenstern auftauchten. Die Konflikte zwischen Nationalparkverwaltung und wirtschaftlichen Interessen der Anwohner (z.B. Erhalt des Löwenbestands versus Viehhaltung) ließen in den Eifelern durchaus Erinnerungen an Diskussionen um Wölfe und Borkenkäfer erwachen. Die Begeisterung der deutschen und ugandischen Schüler:innen für die immer noch reiche Natur Ugandas konnte angesichts der spektakuläre Tierbeobachtungen (u.a. Flusspferde, Krokodile, Elefanten, Zebras, Kaffernbüffel, Löwen, Paviane, Gazellen und Warzenschweine) nicht ausbleiben.

Die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentierten die Schülerinnen und Schüler schließlich der ganzen Schulgemeinschaft der Mapeera School – mit Plakataktionen, Sketchen, einem Gedicht und einem Lied, das nach Ansicht vieler durchaus das Zeug zu einem wirklichen „Ohrwurm“ hatte.

Selbstverständlich blieb genug Zeit für Schüler:innen und Lehrkräfte, am alltäglichen Schulleben teilzunehmen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Methodik des Unterrichts, in den Arbeitsbedingungen, aber auch im Lernverhalten der Schülerschaft herauszufinden und zu diskutieren. Auch erhielt die Reisegruppe des JSG einen vertieften Einblick in das alltägliche Leben in Uganda. Einerseits war die Armut vieler Ugander und die Schwere der Lebensbedingungen nicht zu übersehen. Andererseits beeindruckten die große Herzlichkeit, enorme Gastfreundschaft und unübersehbare Lebensfreude der Ugander die Reisenden aus der Eifel nachhaltig. Aufmerksam nahmen die Reisenden natürlich auch die savannenartig-tropische Vegetation und die Besonderheiten der lokalen Küche wahr, welche durch die Verwendung von Kochbananen, Süßkartoffeln, Reis, Bohnen, diversen Fleischsorten und tropischen Früchten geprägt ist.

Das Projekt der Begegnungsreise wurde gefördert von Engagement Global e. V. und seinem ENSA-Programm für Schulpartnerschaften aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Aber auch der Förderverein Sleidania unterstützte die Reise, z. B. durch die Anschaffung von Moskitonetzen, die hoffentlich bei weiteren Reisen wieder genutzt werden können. Die Kosten für die ugandischen Schüler:innen, die an den Projektelementen teilnahmen, sowie für die Projektarbeit, wurden aus Mitteln der Aktionstage finanziert. Einen großen Teil der Reisekosten und die Gesundheitsprophylaxe mussten aber natürlich die Reisenden selbst finanzieren.

Um viele Erfahrungen und Erlebnisse bereichert kehrten Schüler:innen und Lehrer:innen nach Hause zurück – voller Dankbarkeit gegenüber der gastgebenden Schule und voller Pläne für die Vorbereitung des Gegenbesuchs im kommenden Jahr.

Bildergalerie

Weitere Informationen

Ansprechpartner

Keine Ergebnisse gefunden.