700 Jahre Bronsfeld - Mehr Jahre als Einwohner


Bereits im Vorfeld stellte sich schnell die Frage, wie gestaltet man die Feierlichkeiten zu einem solchen Anlass?  Schankwagen, Musik und Imbiss waren klar, aber wodurch wird der Charakter der stolzen 700 Jahre deutlich?

Artur Stoff, ein Ur-Bronsfelder, besitzt eine umfangreiche Sammlung von alten Fotos, Dias und Aufzeichnungen zu den alten Häusern Bronsfelds, welche aus verschiedenen Nachlässen stammen. Schnell war die Idee geboren, die Feierlichkeiten mit einer historischen Ausstellung zu flankieren und die Geschichte des Dorfes darzustellen. Über die sozialen Netzwerke ermutigte der Bürgerverein die Dorfbevölkerung, weitere Fotos und Informationen zur Geschichte Bronsfelds zu sammeln und für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Frajo Erben-Floeth übernahm die Aufgabe, die bereitgestellten Daten und Fotos zu digitalisieren und in eine einheitliche, druckbare Form zu bringen. Peter Busch gestaltete, getreu dem Motto „Bronsfeld gestern und heute“, ein Plakat in Form einer Karte, welches exemplarisch 18 Häuser, jeweils in der historischen und der heutigen Ansicht, rund um den Dorfgrundriss zeigt.

Insgesamt kamen weit über 200 Seiten zu alten Häusern, Postkarten, Kleinanzeigen und weiteren Informationen zusammen, welche das Leben und Arbeiten in Bronsfeld in den frühen 1900er Jahren zeigen. In den Gesprächen mit und zwischen den Besuchern kamen weitere Informationen hinzu.

Auch die Originalurkunde mit der erstmaligen Erwähnung „Pruntzvelts“, offensichtlich ausgelöst durch einen Streit zwischen den Schleidener Dörfern und dem Kloster Steinfeld über die zu entrichtenden Abgaben, war zu sehen. Sie wurde für den Anlass beim Landesarchiv in Duisburg angefordert, ist schön anzusehen, jedoch ohne Übersetzung unlesbar.

Die Vorankündigung der Ausstellung führte dazu, dass neben den derzeitigen Bewohnern auch viele gebürtige und ehemalige Bronsfelder aus nah und fern vorbeikamen, um sich die Bilder und Geschichten anzusehen und alte Bekannte zu treffen. Den weitesten Weg legte dabei ein Ehepaar aus Bergisch-Gladbach zurück.

Die umfangreiche Ausstellung, welche unter Corona-Bedingungen sehr kurzfristig vorbereitet wurde, sowie das große Interesse der Bürger, führten folgerichtig auch zu der Frage: „Was passiert jetzt damit?“ Geplant ist, neue Informationen zu verarbeiten, die Themen „Feuerwehr“ und „Sportverein“ zu ergänzen und die gesamte Historie im kommenden Jahr als Buch herauszugeben.

Am Samstagabend traf sich das Dorf zu den Hits von gestern zum Tanz im Festzelt. Die Stimmung erinnerte an einen klassischen Kirmessamstag, es wurde ausgelassen getanzt und gefeiert.

Am Sonntag gab es bei tollem Wetter ein umfangreiches Programm. Den Frühschoppen im Zelt bestritt das Musikduo TimSte. Martina Wassong, Michael Lammert und Bürgermeister Ingo Pfennings begrüßten die Gäste. Letzterer hatte sich aus dem Stadtarchiv Bücher zu Bronsfeld heraussuchen lassen, die er mit Blick auf die umfangreiche Ausstellung der Bronsfelder jedoch gar nicht brauchte.

Die Dorfjugend präsentierte ein Buntes Programm für Kinder, neben Basteln, Sackhüpfen und Hindernis-Parcour kam hier eine Schaumkuss-Wurfmaschine zum Einsatz, welche bereits vor vielen Jahren von den Bronsfeldern gebaut wurde.

Am Nachmittag demonstrierte die Löschgruppe Bronsfeld mit einer historischen Handdruckspritze, gebaut ca. 1900 von der Firma Feuer-Hönig aus Köln, einen Löscheinsatz von damals. Natürlich in zeitgenössischen Uniformen und Helmen, welche in den 1990er Jahren, parallel zur Restauration der Spritze, von der Wehr angeschafft wurden.

Die Saug- / Druckspritze, welche in den Jahren 1937 bis zur Indienststellung des ersten Löschfahrzeuges um 1950 herum, zur Brandbekämpfung in und um Bronsfeld eingesetzt wurde, hatte es in ihrer Dienstzeit unter anderem bis nach Harperscheid und Ettelscheid geschafft. Der Weg auf den Ettelscheider Berg hinauf, konnte damals nur mithilfe eines Ochsen zurückgelegt werden.  

Natürlich durfte ein Vergleich mit einem modernen Löscheinsatz nicht fehlen. Unter Führung von Brandmeister Jan Hirschberg, wurde dieser von den aktiven Kameraden der Bronsfelder Wehr mit dem 2017 in Dienst gestellten TSF-W, nach Sirenenalarm und einer Anfahrt mit Blaulicht und Martinshorn demonstriert.

Pänz und Erwachsene waren glücklich, sich das alte und neue Löschgerät von den Kameraden erklären lassen zu dürfen, einmal in den Wagen klettern zu können und mit der alten Spritze wurden dann auch die Erwachsenen von den Kindern ins Visier genommen.

Die kleinen Bronsfelder versuchten sich im Anschluss mit „leichtem“ Gerät am spielerischen Löschen eines Modellhäuschens, welches von der Löschgruppe vor 30-40 Jahren in Eigenleistung gebaut wurde. Alles in allem Blicken die Bronsfelder auf ein erfolgreiches Festwochenende mit vielen Besuchern, guten Gesprächen und umfangreichen historischen Highlights zurück.

„Wir können auf ein rundum gelungenes Fest zurückblicken, welches nicht zuletzt durch die sehr gute Zusammenarbeit der Bronsfelder Ortsvereine zustande gekommen ist. Bürgerverein, Feuerwehr, Sportverein und Dorfjugend haben sich an allen Stellen sehr gut ergänzt und gemeinsam zu einem tollen Gesamtergebnis beigetragen“ so Martina Wassong, erste Vorsitzende des Bürgervereins. 

Text & Fotos: Bürgerverein Bronsfeld, Michael Lammert


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