Randring-Perlmutterfalter findet in Bachtälern im Süden des Nationalpark Eifel Heimat


Er mag es gerne feucht und kühl. Der Klimawandel, insbesondere die sehr milden Winter und trockenen Sommer, machen ihm zu schaffen. Der Randring-Perlmutterfalter Boloria eunomia lebt in Feuchtwiesen, Nassbrachen und Niedermooren mit Vorkommen des Wiesen-Knöterichs (Bistorta officinalis). An diesen Orten kann er mit zahlreichen Individuen vorkommen. Jedoch sind diese Orte durch Entwässerung und Eutrophierung, aber auch durch Gehölzaufwuchs z.B. in Folge kompletter Nutzungsaufgabe oder von Aufforstungsmaßnahmen stark gefährdet. Zum Tag des Artenschutzes am 3. März soll dieser seltene Bewohner des Nationalparks Eifel näher vorgestellt werden, zumal der Schmetterling in diesem Jahr eine ganz besondere Rolle spielt: Er ziert das Jubiläumslogo des Nationalparks Eifel, der 2024 sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Der Randring-Perlmutter-Falter ist ein mittelgroßer, orangefarbener Falter aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Auf der Unterseite seiner Hinterflügel weist er eine Reihe charakteristischer schwarzer Ringe auf, die innen weiß gefärbt sind, daher sein Name. Durch diese Kennzeichnung unterscheidet er sich von anderen Schmetterlingen. Die Oberseite der Flügel ähnelt durch den orangen Grundton mit schwarzen Mustern nämlich sehr den Flügeln anderer Perlmutterfalter.

Für den Randring-Perlmutterfalter ist der Wiesen-Knöterich als Brut- und Nahrungspflanze wichtig. Er fühlt sich i Feuchtwiesen, Nassbrachen und Niedermooren wohl.

Im Leben des Randring-Perlmutterfalters dient der Wiesen-Knöterich als Dreh- und Angelpunkt. Er dient dem Schmetterling als einzige Brut- sowie als Nahrungspflanze. An der Unterseite der Blätter legen die Weibchen ihre Eier ab. Die daraus schlüpfenden Raupen ernähren sich ausschließlich vom Wiesen-Knöterich und überwintern in Raupenform, bevor sie sich verpuppen. Die ausgewachsenen Falter ernähren sich bevorzugt vom Nektar der Pflanze und fliegen in der Blütezeit des Wiesen-Knöterich, Ende Mai bis Anfang Juli.

In Nordeuropa ist die Art noch recht weit verbreitet. Da die Lebensräume des Randring-Perlmutterfalters in Mitteleuropa jedoch stark zurückgehen, ist der Schmetterling hier sehr selten geworden und mancherorts sogar verschwunden. In Deutschland sind Vorkommen auf die Alpen und das Alpenvorland sowie kühlere Mittelgebirgslagen begrenzt. Sowohl in Deutschland als auch in Nordrhein-Westfalen gilt der Schmetterling als sehr selten und als stark gefährdet (Rote Liste Kategorie 2).

Im Nationalpark kommt der Randring-Perlmutterfalter in einigen offenen Bachtälern in den Hochlagen im Süden des Großschutzgebietes vor. Auch im primär zum Schutz von Naturdynamik-Prozessen eingerichteten Nationalpark Eifel ist er auf den Erhalt und die Pflege der verbleibenden Lebensräume angewiesen. Er ist somit eine Art der Pflegezone des Nationalparks, denn wenn die Raupennahrungspflanze im Zuge unbeeinflusster Naturdynamik-Prozesse zurückgedrängt würde, könnten wichtige Lebensräume verloren gehen. Seit dem gestarteten EU-Life Projekt „Wald-Wasser-Wildnis“, einem gemeinsamen Projekt der Biologischen Station Städteregion Aachen und der Nationalparkverwaltung, werden im Nationalpark Eifel Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung der Feuchtlebensräume und ihrer Artengemeinschaften umgesetzt.

Wie sich die Lebensräume im Nationalpark Eifel in den vergangenen 20 Jahren entwickelt haben, zeigt die Fotoausstellung „Wilde Bilder“ im Nationalpark-Zentrum Eifel. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums hat die Nationalparkverwaltung eine über das Jahr verteilte öffentliche Veranstaltungsreihe geplant. Den Auftakt macht ein großes Nationalpark-Jubiläumsfest am 10. März im Nationalpark-Zentrum Eifel. An diesem Tag ist nicht nur der Eintritt in die dortige Erlebnisausstellung Wildnis(t)räume frei, sondern es gibt von 10.00 bis 17.00 Uhr auch ein buntes Programm für Jung und Alt.

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