Die Tempelretter von Scheuren


Dieser Name sei ihnen zurecht gegönnt, denn sie sind dafür verantwortlich, dass das Tempelchen in Scheuren ein Anziehungspunkt für viele Gäste und Einheimische geworden ist. Erwin Gross ist einer von ihnen. Vor knapp zehn Jahren begann er seine ehrenamtliche Tätigkeit, als am 11. Juni 2011 bei einer Auftaktveranstaltung Freiwillige gesucht wurden, die Interesse hatten das Tempelchen zu restaurieren und die gesamte Anlage rundherum neu anzulegen. Es erklärten sich ca. 15 Freiwillige dazu bereit. Gross erinnert sich: „Diese Truppe, zu der auch ich angehörte, bestand hauptsächlich aus Schleidener und Scheurener Aktivisten. Unser Ziel war es, dem heruntergekommenen und für Besucher unschönen Zustand des Tempelchens entgegen zu wirken.

Wir beschlossen, uns immer samstags dort zu treffen, um die Arbeiten durchzuführen. Neben Ausbesserungsarbeiten an der Bausubstanz sollten auch die umliegenden Freiflächen so gestaltet werden, dass das Tempelchen wieder in voller Größe zu sehen sei.“ Allerdings stellte die Truppe bereits nach einem Monat fest, dass die Restaurierung viel länger dauern würde als geplant. Immer neue bauliche Überraschungen kamen während den Arbeiten zum Vorschein. Schließlich musste das Bauwerk vom Kern auf restauriert werden - nicht nur um es ansehnlich herauszuputzen - sondern auch, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Aus den anfänglich geplanten 6 Monaten Bauzeit wurden schließlich über 2 Jahre.

„Hier ist zu erwähnen, dass wir Ehrenamtler uns immer gegenseitig motivieren konnten. Auf der einen Seite die erfahrene und zuverlässige Schleidener Rentnertruppe, auf der anderen wir Scheurener Jungspunde“, erzählt Gross mit einem Schmunzeln. Auch aus der Stadtverwaltung kam ehrenamtliche Hilfe. Während dieser Phase gaben sich die Helfer den Namen „Die Tempelretter“. Letztlich konnten sie die Arbeiten im Jahr 2013 erfolgreich abschließen. „Ich erinnere mich an eine tolle Zeit mit dem gesamten Team und möchte insbesondere Paul Suhr, Paul Werner Hörnchen und Manfred Groß für ihre tatkräftige Unterstützung danken“, lobt Gross seine Mitstreiter.

Im neuen Glanz präsentiert sich das Tempelchen nun schon einige Jahre der Öffentlichkeit. Seit der Eröffnung wird dieses Denkmal von Besuchern regelrecht überlaufen. Durch die großartige Aussicht auf das Schleidener Tal wurde das Bauwerk letztendlich zu einem „Eifelblick“. Man kann sagen: das Tempelchen ist durch die fleißige Arbeit der Tempelretter zu einem Vorzeigeobjekt der Stadt Schleiden geworden.

Erwin Gross ist einer der sogenannten „Tempelretter“: Er pflegt das Denkmal in Scheuren und das Umfeld ehrenamtlich.

„Damit sich unser Tempelchen auch in Zukunft so präsentieren kann, bedarf es einer besonderen und intensiven Pflege. Nach der Fertigstellung habe ich mich gerne bereit erklärt, die Unterhaltungspflege des Denkmals und des Umfeldes ehrenamtlich zu übernehmen“, erzählt Gross. Im Sommer würden vorrangig Mäharbeiten anstehen und in den Wintermonaten steht die Gehölzpflege im Vordergrund. Durch die vielen Besucher bleibt auch manchmal Müll und Unrat liegen, der aufgesammelt und entsorgt werden muss. Somit gibt es immer viel zu tun! „Das tollste an diesen Arbeiten sind die positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Es freut mich immer, wenn Besucher interessiert nach der Bedeutung des Denkmals fragen und ich Ihnen die wechselnde Geschichte vom Kriegerdenkmal zum Tempelchen erklären kann“, sagt Gross begeistert. Mittlerweile kommen viele Motorradfahrer, Wanderer und andere Gäste, die auf Ihren Eifeltouren immer wieder gerne eine Pause am Tempelchen einlegen.

„Eine besondere Motivation für mich ist die im Jahr 2011 als Tempelretter begonnene Arbeit ehrenamtlich weiterzuführen und zu pflegen“, betont Gross abschließend mit verdientem Stolz.

Einmal im Jahr lassen es sich die Tempelretter nicht nehmen, sich in gemütlicher Runde zu treffen, die „alten Zeiten“ Revue passieren zu lassen und an diejenigen zu denken, die diese fröhliche Runde leider nicht mehr miterleben können.

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