Züge werden mit dem Tablet gesteuert

Viel los am Bahnhof Hellenthal: Die jungen Leute haben Pläne gefunden, nach denen sie die alten Gleisanlagen nachbauen. (© Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa)
Städtisches Johannes-Sturmius-Gymnasium: Eisenbahn AG des Johannes Sturmius Gymnasiums (JSG) in Schleiden nutzt ein elektronisches Stellwerk für den Nachbau der historischen Strecke der Oleftalbahn – Pläne der alten Bahnhöfe ausgegraben
 

Schleiden – Wer die Modelleisenbahn für etwas antiquiert hält, sollte sich einmal die Eisenbahn AG des Städtischen Johannes Sturmius Gymnasiums (JSG) in Schleiden ansehen. Was sich mancher Bahnreisender in der Eifel wünscht, nämlich ein elektronisches Stellwerk, ist im Eisenbahnkeller des Gymnasiums längst umgesetzt. Es muss auch niemand mehr den Drehknopf eines großvolumigen Trafos betätigen, um die Modelleisenbahnen in Bewegung zu setzen: Die Züge werden hochmodern vom Tablet aus gesteuert.

Der moderne Modellbauer steuert seine Züge vom Tablet aus. Elektronik wird auch bei der Mini-Eisenbahn großgeschrieben. (© Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa)Ursprung der AG von Pfarrer Oliver Joswig, der am JSG auch evangelische Religion unterrichtet, ist allerdings die Historie: Zusammen mit den momentan ausschließlich männlichen Schülern soll die alte Strecke der Oleftalbahn nachgebaut werden. Denn mit der „Flitsch“, wie der Schienenbus liebevoll genannt wird, kamen in vergangenen Zeiten viele Schüler zum Schleidener Gymnasium.

„Wir haben alte Pläne von den Bahnhöfen der Strecke aufgetrieben und bauen danach die Gebäude und Plätze nach“, erklärt Joswig. Dabei sei zwar nicht alles streng original nachempfunden, auch die Strecken-Abstände zwischen den Haltestellen seien aus praktischen Gründen nicht maßstabsgetreu, dennoch werde das Projekt nach Fertigstellung auf etwa 34 Meter Schienenstrecke kommen.

Jedes Detail muss perfekt in Szene gesetzt werden. Da muss man auch schon mal zum Pinsel greifen. (© Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa)Wichtiger aber ist für Joswig die Begeisterung, mit der die Schüler zu Werke gehen. Da wird geschraubt und geklebt, gepinselt und „künstliches“ Wasser in die nachempfundene Oleftalsperre gegossen. Das alte Sägewerk wurde mit originalem Holz aus dem Nationalpark Eifel nachgebaut, denn als Nationalparkschule wird die Schule offiziell mit diesem Holz versorgt. An der Strecke gibt es einen „Polizeieinsatz“, es wird mit Panzern an die Zeit von Vogelsang als Truppenübungsplatz erinnert, und natürlich haben die Heranwachsenden viel Spaß daran, die Schienenstrecke auszubauen, zu pflegen und zu befahren – nach dem Motto: „Ein Mann spielt nicht mit der Eisenbahn, er hat Fahrbetrieb“.

In der Eifel wartet man noch drauf: Bei den Modellbauern am Städtischen Johannes Sturmius Gymnasium in Schleiden ist ein elektronisches Stellwerk längst Alltag. (© Tameer Gunnar Eden/Eifeler Presse Agentur/epa)Die Jugendlichen sind mit Feuereifer im Einsatz: Während Colin am Computer das Programm für das elektronische Stellwerk hochfährt, nimmt Tjorbe noch Feinheiten der Programmierung bei der Weichenstellung vor und berichtet: „Ziel ist es, wie im modernen realen Eisenbahnbetrieb eine elektronische Streckenführung zu ermöglichen – man gibt nur noch Anfangs- und Zielpunkt ein, die Weichen werden dann automatisch gestellt.“

Alle Jungen seien diszipliniert und konzentriert bei der Arbeit, so Joswig, so dass er keine Angst haben muss, dass beim Werkeln etwas schiefgeht: „Wir hatten noch keinen einzigen Unfall.“

Unterm Tisch Nur mit dem Tablet kommt man auch nicht weiter: In der Modellbau-AG ist auch handwerkliches Geschick gefragt. (© Michael Thalken/Eifeler Presse Agentur/epa)Gelernt wird nicht nur etwas über die Geschichte der Eisenbahn, Handwerkliches im Modellbau und Technisches bei der Programmierung, sondern auch das soziale Miteinander. Die gesamte Anlage ist auf zahlreichen Tischen montiert, um mobil zu bleiben: Am Tag der Offenen Tür, Samstag, 24. November, soll die Modellbahn im Foyer des Gymnasiums vorgeführt werden.




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