Wollseifen im Nationalpark Eifel
Wollseifen im Nationalpark Eifel


Auf der Dreiborner Hochfläche inmitten des Nationalparks Eifel liegt das tote Dorf Wollseifen. Die Einwohner des Dorfes mussten ihre Heimat 1946 auf Geheiß des britischen Militärs verlassen und konnten nie zurückkehren. Seit der Einrichtung des Nationalparks Eifel ist es aber für Wanderer zugänglich.

Rangertouren und Kutschfahrten  in das tote Dorf

Das verlassene Dorf ist ein beeindruckendes Stück deutscher Geschichte und kann auf eigene Faust entdeckt werden. Wollseifen ist über den Eifelsteig und den WildnisTrail sowie über einen Wanderweg vom Parkplatz Walberhof erreichbar. Von Frühjahr bis Herbst kann man die Dreiborner Hochebene auch auf einer barrierefreien Kutschfahrt mit einem Planwagen entdecken. Diese Kutschfahrten führen von Vogelsang nach Wollseifen und sind auch für Rollstuhlfahrer geeignet. Die dreistündige Rangertour Vogelsang-Wollseifen-Route findet immer sonntags um 13:00 Uhr statt und führt von Vogelsang nach Wollseifen. Treffpunkt ist beim Nationalpark-Zentrum Eifel am Forum Vogelsang IP, die Teilnahme ist kostenlos und man muss sich nicht anmelden.

Bitte beachten Sie: Wollseifen liegt im Nationalpark Eifel und kann daher nicht mit dem PKW oder ÖPNV direkt angefahren werden. Die nächstgelegene Haltestelle und der nächstgelegene Parkplatz befinden sich am Walberhof. Von dort aus sind es circa 2 Kilometer / 30 Gehminuten bis zum toten Dorf Wollseifen. Alternativ ist auch eine Wanderung von Vogelsang IP aus möglich.

  • Das Dorf Wollseifen nach dem 2. Weltkrieg

    Nach dem Zweiten Weltkrieg beschloss die britische Militärverwaltung, auf der Dreiborner Hochebene einen Truppenübungsplatz anzulegen. Die Ortschaft Wollseifen lag mitten auf diesem Gelände und wurde daher geräumt. Im Jahr 1946 mussten die rund 500 Einwohner ihr Dorf innerhalb von drei Wochen verlassen. 1950 übernahm das belgische Militär den Truppenübungsplatz. Im Laufe der Jahre wurden die Häuser des Dorfes durch militärische Manöver weitgehend zerstört; die Witterungseinflüsse trugen zusätzlich zum Verfall bei. Die zwischen 1981 und 1990 aufgebauten steinernen Attrappen dienten den späteren Nato-Truppen dazu, den Nahkampf zu üben.

  • Wollseifen heute – Ruinen von der Kirche und anderen Gebäuden

    Heute liegt die sogenannte Wüstung Wollseifen auf der Dreiborner Hochfläche mitten im Nationalpark Eifel. Zu sehen sind noch einige historische Gebäude: die Ruinen der Kirche St. Rochus, Teile der alten Dorfschule, Überreste vom Transformatorenhäuschen und vom Bilderstock am Ortseingang. Wollseifen ist heute ein Ort der Stille. Anhand von Infotafeln und einem barrierefreien Tastmodell des Dorfes können sich Besucher einen Überblick über die Geschichte und das frühere Aussehen des Ortes verschaffen. Die Kirche wurde von vielen ehrenamtlichen Helfern instand gesetzt und einmal jährlich findet hier anlässlich des Patronatsfestes ein Gottesdienst statt. 

  • Alte Schule Wollseifen mit Fotodokumentation

    Pünktlich zum 70. Jahrestag der Vertreibung der Wollseifener Bevölkerung wurde durch das großartige Engagement von Mitgliedern des Traditions- und Fördervereins Wollseifen e.V. und mit finanzieller Unterstützung durch die NRW-Stiftung, die Bürgerstiftung der Kreissparkasse Euskirchen und die Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland die alte Dorfschule von Wollseifen hergerichtet. In zwei ehemaligen Klassenzimmern gibt es heute eine sehenswerte Ausstellung über die Geschichte des Dorfes. Themen sind: Die Anfänge des Dorfes, das dörfliche Leben, die Dorfschule, eine neue Zeit bricht an (Bau der Urfttalsperre, 1. Weltkrieg, Elektrifizierung, Bau der Wasserleitung), die Zeit des Nationalsozialismus, das Ende des Dorfes und Neuanfang.

Impressionen (Video)

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