Krieg oder Frieden


„Der Krieg der Individuen, Gruppen, Staaten, Welten, der Krieg der Köpfe, der Ideologien und der Religionen zieht sich wie ein roter Faden durch mein Werk“, sagte der Floisdorfer Maler und Objektkünstler Franz Kruse.

Der Kunstschaffende mit Atelier am Mechernicher Eifelstadion hat in den vergangenen Jahren vor allem mit moderner religiöser Kunst und Ausstellungen in Kirchen in Eschweiler, Mechernich, bei der Communio in Christo und im Kloster Steinfeld von sich reden gemacht. Jetzt stellt er ab Sonntag, 18. Oktober, und bis einschließlich Sonntag, 22. November, in der „Galerie Eifel Kunst“, Am Markt 32, in Schleiden aus.

Fröhlichkeit trotz allgegenwärtiger Todesgefahr? Hartnäckiger Humor, auferstanden aus Ruinen? Moderne Jets von links und ein Bonbon-Bomber von rechts… Franz Kruse nannte das Bild „Karneval 1946“.

Franz Kruse wurde bei Egon Pein zum Gestalter und Maler ausgebildet, es folgten Studien bei namhaften Gelsenkirchener Künstlern wie Bert Schadeck (Gestaltung und Grafik), Hans Rahn (Landschaften) und Kurt Janitzki (Zeichnen und Akt). Kruse zog 1968 nach Köln, übernahm dort die Gestaltung von Bühnenbildern, Kostümen und Bühnenfiguren, aber auch Theaterregiearbeiten. Als weitere Schwerpunkte bildeten sich Fernsehausstattungen und Ausstellungsarchitektur (Museum) heraus.

„Welt, sind wir noch zu retten?“

Kruse gestaltete Plakate und Programmhefte für Oper, Theater und Ballett. Er arbeitete unter anderem mit Wolf Vostell, Mauricio Kagel, Achim Freyer, Jean Pierre Ponnelle und Jörg Zimmermann zusammen. Er wirkte mit an Bühnenbildern für Produktionen in Rom, Oslo, Drottningholm, Mailand, Paris, London und Washington.

Seine Werke wurden bei zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Seit einigen Jahren ist er Kurator der Mechernicher „Galerie im Rathaus“. Auf seinen Zyklus „Welt, sind wir noch zu retten?!“ folgt jetzt die Themenwiederaufnahme um Krieg oder Frieden. Kruse zum Mechernicher „Bürgerbrief“: „Das Leben ist kein Wunschkonzert, beides wird bleiben, Krieg und Frieden, das Paradies gibt es zumindest nicht auf Erden…“

Erst Flottenmanöver, dann Seeschlacht: Militärs üben für den Krieg, bis die Mächtigen einen Grund gefunden haben, ihn zu führen…

Die Geschichte der sogenannten zivilisierten Menschheit kenne nicht weniger als 15 000 kollektive Gewaltakte oder Kriege, so Franz Kruse: „Dabei geht es immer wieder um Eroberung und Unterwerfung, wirtschaftliche Vorteile und Macht, aber auch religiösen Fanatismus, egal ob Kreuzzug oder Dschihad . . .“

Frieden definiert der in Floisdorf mit seiner Frau Charlotte lebende Künstler in erster Linie als heilsamen Zustand, Stille der Seele, Ergebnis einer selten gewordenen Tugend, nämlich „Friedfertigkeit“, und weniger als die unerreichbare Utopie eines Weltfriedens, wie ihn Mahatma Gandhi oder Martin Luther King anstrebten.

pp/Agentur ProfiPress



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