Die Redaktion sprach mit Urban Scheld, selbst Ausnahmesportler und für die Organisation des Crossduathlons verantwortlich.

Redaktion: Der Crossduathlon wurde im Jahr 1998 im Rahmen des 90jährigen Bestehens des TuS Schleiden 1908 e.V. aus der Taufe gehoben. Wie hat sich die Sportveranstaltung seitdem im Hinblick auf Strecke und Teilnehmerzahlen entwickelt?
Scheld: Die Entwicklung hat im Prinzip auf zwei Ebenen stattgefunden. Zu einem sind da die Teilnehmerzahlen zu nennen, die anfangs bei etwas über 150 lagen und sich kontinuierlich bis zur DM 2015 auf etwa 300 entwickelt haben, mal etwas mehr, mal etwas weniger. Die DM selber war mit 330 Meldungen ausgebucht.
Zum anderen hat sich die Streckenführung über die Jahre stetig entwickelt und seit zwei Jahren haben wir einen Parcours, der noch von allen zu schaffen ist (zur Not kann man ja auch mal absteigen), aber auch den Profis alles abverlangt.
Redaktion: Gibt es etwas, was Ihnen seit 1998 ganz besonders in Erinnerung geblieben ist?
Scheld: Da gibt es mehrere Erinnerungen. Sportlich vor allem, dass Thorsten Langer aus Belgien bei seinen dreizehn Starts von 1998 bis 2012 ungeschlagen blieb. 2007 hatten wir am Renntag, dem 13. Mai, einen kleinen Wintereinbruch. Die Autos aus der Südeifel kamen alle mit Schnee auf dem Dach an.
Auch meine erste eigene Teilnahme 2012 war ein tolles emotionales Schaulaufen. So viele Anfeuerungen hatte ich bis dato noch nicht erlebt.
Besonders ist auch, dass meine Söhne – der Jüngste war bei der ersten Austragung noch nicht auf der Welt (meine Frau war mit ihm damals schwanger) – über die ganze Zeit immer dabei sind. Teilweise als kleine Helfer bei meiner Frau im Kuchenzelt, dann auch als Nachwuchsathleten und immer noch als Streckenposten und/oder Fotograf.
Redaktion: Welche Herausforderungen sind bei der Durchführung einer Deutschen Meisterschaft zu meistern?
Scheld: Zusätzlich zur normalen Organisation muss im Vorfeld erst einmal die Bewerbung erstellt werden. Diese haben wir dieses Jahr als PowerPoint-Präsentation an die Deutsche Triathlon Union gesandt. Stichtag war hier der 20. Juni und dann hieß es warten. Die Entscheidung fiel erst Anfang September. Eine große Herausforderung ist dann das Zusammenbringen des Budgets, das um etwa 8000 Euro höher ist als in den „normalen“ Jahren.
Redaktion: Wie viele Helfer sind an der Organisation beteiligt und wie viele ehrenamtliche Stunden werden seitens des TuS Schleiden 1908 e.V. für dieses Sportevent geleistet?
Scheld: In der Vorbereitung sind wir mit sieben Personen (neben mir sind das Silvia Geschwind, Astrid Erdmann-Holder, Michaela Scory, Jürgen Scory, Michael Junick und Lars Holder) im OK-Team, zum Rennwochenende bringen wir dann schon 90 Helfer inklusive Feuerwehr und Rotes Kreuz zusammen.
Vor fünf Jahren habe ich mal die Stunden in etwa zusammengezählt, in der Vorbereitung summierte sich das im Team schon auf gute 400 Stunden und am Rennwochenende kommen dann noch mal über 500 Stunden dazu.
Redaktion: Wie wichtig ist für Sie die finanzielle Unterstützung der Bürgerstiftung Schleiden?
Scheld: Die Kosten unseres Events sind schon recht hoch, dies wird bei der DM dann nochmal stärker. Ohne die Zuwendung der Bürgerstiftung müssten wir entweder die Kosten komplett auf die Startgelder umlegen – bei dann circa 80 Euro Startgeld für die DM käme dann wohl kaum noch jemand – oder aber wir müssten die Organisation deutlich abspecken, dann wäre das Event aber nicht mehr einer Deutschen Meisterschaft würdig.
Redaktion: Sie selbst sind ebenfalls aktiver Triathlet und haben jüngst an den Xterra World Championchips auf Maui teilgenommen. Welchen Tipp haben Sie für interessierte Teilnehmer*innen?
Scheld: Grundsätzlich neben der physischen Vorbereitung, sollte das Material vor dem Start in Ordnung sein. Sinnvoll ist es, dies rechtzeitig zu prüfen. Kurz vor dem Rennen ist es dann doch zu spät für Korrekturen. Ansonsten, mit einer gewissen Lockerheit an den Start gehen, zu viel Stress hilft einem auf der Strecke eh nicht.
Redaktion: Was wünschen Sie sich für die Deutsche Meisterschaft am 25. April 2020?
Scheld: Athleten, die Spaß daran haben, was sie tun - das ist beim Cross noch deutlich ausgeprägter als auf der Straße, einen spannenden Rennverlauf um die Titel, gutes Wetter, pannen- und verletzungsfreie Rennen und gerne auch die ein oder andere Medaille für den TuS Schleiden.
