
Seit vielen Jahren kooperieren die beiden Sportvereine SV Schöneseiffen und DJK Dreiborn in den Fußballabteilungen sowohl im Jugendbereich als auch in den Ü 32 und Ü 50 Mannschaften. Nunmehr wird die Kooperation um ein gemeinsames Projekt, und zwar die Errichtung und den Betrieb eines Kleinfeld-Kunstrasenplatzes ausgeweitet.
Die Weichen für die Realisierung des Projektes hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 13.07.2017 gestellt, indem insgesamt 150.000 Euro zur Errichtung eines Kunstrasenplatzes in Dreiborn zur Verfügung gestellt wurden. Die Finanzierung erfolgt zu 90% aus Mitteln des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes – KinvFG. Darüber hinaus haben die beiden Sportvereine einen erheblichen Eigenanteil zu leisten.
Zur Realisierung des Projektes und zum künftigen Betrieb der Sportanlage wurden Ronny Berners, dem stellv. Vorsitzender der DJK Dreiborn, einige Fragen gestellt:
Herr Berners, warum benötigen die beiden Sportvereine so dringend einen Kunstrasenplatz?
Die Rasenplätze in Dreiborn und Schöneseiffen stehen nicht nur in den Wintermonaten, sondern auch nach stärkeren Regenfällen, weder für den Spielbetrieb noch für Trainingseinheiten zur Verfügung. Dies trifft auch auf den Bolzplatz in Berescheid zu, der zudem über keine Beleuchtung verfügt. Das bedeutet, dass beide Vereine ständig nach Notlösungen suchen, um ihren Fußballsport ausüben zu können. Die Folge ist, dass regelmäßig Meisterschaftsspiele und Trainingseinheiten abgesagt werden müssen. Für einen ordnungsgemäßen Spielbetrieb bei den Bambinis, der F-Jugend und der E-Jugend ist die künftige Platzanlage also ebenso notwendig als für den Trainingsbetrieb der übrigen Mannschaften.
Obwohl die Stadt Schleiden die Platzanlage samt Flutlichtanlage errichtet, verbleiben für die Sportvereine erhebliche Eigenleistungen. Welche Leistungen haben die Vereine zu erbringen?
Die vorbereitenden Maßnahmen (Baumfällarbeiten, Wurzelausgrabungen, Flächenentsiegelungsarbeiten) wurden bereits durch die Mitglieder beider Vereine durchgeführt. Nach der Herstellung der Platzanlage sind von den Vereinen die Nebenanlagen (Einfassungen, Gehwege, Stellflächen) herzurichten. Neben den Materialkosten fallen hier erhebliche Pflasterarbeiten für die Vereine an. Zum Schluss haben die Vereine die Kosten der Ausstattung der Sportanlage (Fußballtore, Zuschauerbarriere, Eck- und Mittelfahnen, Spielerunterstand) zu tragen.

Auf welchen Betrag schätzen Sie die Eigenleistungen?
Im Vorfeld haben die beiden Sportvereine mit einer Eigenleistung in Höhe von mehr als 60.000 € kalkuliert. Allerdings war bereits zu Beginn klar, dass eine solche Summe nicht allein aus den beiden Vereinskassen gezahlt werden kann. Umso mehr sind wir auf Spendengelder angewiesen. Die Mittel der Bürgerstiftung Schleiden in Höhe von 30.000 € stellen die Basis für die Umsetzung unserer Eigenleistungen dar. Dafür sind wir sehr dankbar.
Können Sie sich vorstellen, weshalb die Bürgerstiftung die Eigenleistungen der Sportvereine mit einem derart hohen Förderbetrag unterstützt?
Für unsere Kinder und Jugendlichen trägt Bewegung und Sport maßgeblich zu deren persönlicher Entwicklung bei. Kinder, die Sport in einer Mannschaft treiben, lernen Zusammenhalt, Teamgeist und Respekt. Sie müssen sich in eine Mannschaft einfügen, die Anweisungen des Trainers und der Betreuer beachten und die Entscheidungen von Schiedsrichtern akzeptieren. Dies alles sind sehr wertvolle Erfahrungen, die unsere Kinder und Jugendlichen in unseren Sportvereinen über Jahre hinweg machen.
Der Kleinfeld-Kunstrasenplatz bietet den Sportvereinen die Gewissheit, die erfolgreiche Arbeit im Kinder- und Jugendbereich auch in den nächsten Jahren erfolgreich fortzuführen.

Neben den Kindern sollen auch die Jugend- und Seniorenmannschaften auf dem Kleinfeld-Kunstrasenplatz während der Wintermonate trainieren. Benötigt man hierfür nicht eine „normale“ Platzanlage?
Selbstverständlich wäre ein „großer Kunstrasenplatz“ für den Seniorenbereich optimal; allerdings würden sich hierdurch nicht nur die finanziellen Eigenleistungen der Sportvereine erheblich erhöhen, sondern auch ein großer Rasenplatz, entweder in Dreiborn oder in Schöneseiffen, wegfallen. So schön ein Kunstrasen auch ist, selbst die große Fußballkunst findet immer noch auf Rasen statt. Und wenn man mich fragt, soll das auch noch lange so bleiben. Mit Hilfe eines großen Trainingstores können aber auch die Spielerinnen und Spieler der A- und B-Jugend, der Damenmannschaft und der Seniorenmannschaften auf dem Kleinfeldplatz sehr gut trainieren.
Wer profitiert noch vom neuen Kunstrasenplatz?
Im Rahmen der Vereinbarung mit der Stadt Schleiden kann die Platzanlage zu Schulzeiten von den Schülerinnen und Schülern der Grundschule Dreiborn zur Durchführung des Sportunterrichtes uneingeschränkt und kostenlos genutzt werden. Hierdurch entsteht für die Grundschule die Möglichkeit, den Sportunterricht sehr flexibel durchzuführen. Entweder indoor, z.B. für Geräteturnen in der Turnhalle, oder outdoor, z.B. für Laufübungen, Weitwurf und natürlich für Fußball auf dem neuen Kunstrasen. Daneben kann der Kunstrasenplatz auch vom Kindergarten Dreiborn jederzeit kostenlos genutzt werden.

Wann ist der Kunstrasenplatz fertig?
Der Bau der Platzanlage erfolgt ab diesem Frühjahr, soweit es die Witterung zulässt. Die Fertigstellung und Einweihung der Platzanlage ist für Sommer 2018 vorgesehen, sodass ab der Fußballsaison 2018/2019 der Spiel- und Trainingsbetrieb starten kann.
Kann auf der Platzanlage jederzeit gespielt und trainiert werden?
Nein, aufgrund der angrenzenden Wohnbebauung sind die Nutzungsmöglichkeiten der Platzanlage zeitlich begrenzt, und zwar montags bis freitags bis 21.30 Uhr und samstags bis 16.00 Uhr. An Sonn- und Feiertagen ist eine Nutzung grundsätzlich nicht gestattet. Da aber sämtliche Fußballspiele ab der E-Jugend ohnehin auf den beiden großen Rasenplätzen in Dreiborn oder Schöneseiffen stattfinden müssen, ist die zeitliche Einschränkung aus Sicht der Sportvereine kein Problem.

Wer übernimmt die Pflege und Unterhaltung des Kunstrasenplatzes?
Die beiden Sportvereine DJK Dreiborn und SV Schöneseiffen werden die Platzanlage gemeinsam von der Stadt Schleiden längerfristig pachten und die komplette Unterhaltung und Pflege in Eigenregie übernehmen.
Abschließend noch die Frage: Welchen zusätzlichen Impuls könnte der Kunstrasenplatz bei den beiden Sportvereinen auslösen?
Rein sportlich betrachtet befinden sich die Seniorenmannschaften beider Vereine in einer schwierigen Situation. Die 1. Mannschaft des SV Schöneseiffen ist letztes Jahr in die C-Klasse abgestiegen und kämpft um den Wiederaufstieg. Die 2. Mannschaft musste leider abgemeldet werden. Die 1. Mannschaft der DJK Dreiborn kämpft mittlerweile um den Verbleib in der B-Klasse. Die 2. Mannschaft findet man im Mittelfeld der C-Klasse. Mit dem neuen Kunstrasenplatz wird die Kooperation beider Sportvereine weiter verstärkt und die Trainingsmöglichkeiten erheblich verbessert. Wäre doch toll, wen wir in ein paar Jahren auch nochmal Mannschaften aus der A-Kreisklasse in Dreiborn oder Schöneseiffen als Gäste empfangen dürften.
