Kunstrasenplatz in Dreiborn fertiggestellt


Am 06.12.2017 fand auf dem künftigen Gelände des Kunstrasenplatzes in Dreiborn die offi zielle Scheckübergabe an die beiden Vorsitzenden der Sportvereine Ralf Kupp (SV Schöneseiffen) und Werner Kaspar (DJK Dreiborn) statt.

Seit vielen Jahren kooperieren die beiden Sportvereine SV Schöneseiffen und DJK Dreiborn in den Fußballabteilungen sowohl im Jugendbereich als auch in den Ü 32 und Ü 50 Mannschaften. Nunmehr wird die Kooperation um ein gemeinsames Projekt, und zwar die Errichtung und den Betrieb eines Kleinfeld-Kunstrasenplatzes ausgeweitet.

Die Weichen für die Realisierung des Projektes hat der Stadtrat in seiner Sitzung am 13.07.2017 gestellt, indem insgesamt 150.000 Euro zur Errichtung eines Kunstrasenplatzes in Dreiborn zur Verfügung gestellt wurden. Die Finanzierung erfolgt zu 90% aus Mitteln des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes – KinvFG. Darüber hinaus haben die beiden Sportvereine einen erheblichen Eigenanteil zu leisten.

Zur Realisierung des Projektes und zum künftigen Betrieb der Sportanlage wurden Ronny Berners, dem stellv. Vorsitzender der DJK Dreiborn, einige Fragen gestellt:

Herr Berners, warum benötigen die beiden Sportvereine so dringend einen Kunstrasenplatz?

Die Rasenplätze in Dreiborn und Schöneseiffen stehen nicht nur in den Wintermonaten, sondern auch nach stärkeren Regenfällen, weder für den Spielbetrieb noch für Trainingseinheiten zur Verfügung. Dies trifft auch auf den Bolzplatz in Berescheid zu, der zudem über keine Beleuchtung verfügt. Das bedeutet, dass beide Vereine ständig nach Notlösungen suchen, um ihren Fußballsport ausüben zu können. Die Folge ist, dass regelmäßig Meisterschaftsspiele und Trainingseinheiten abgesagt werden müssen. Für einen ordnungsgemäßen Spielbetrieb bei den Bambinis, der F-Jugend und der E-Jugend ist die künftige Platzanlage also ebenso notwendig als für den Trainingsbetrieb der übrigen Mannschaften.

Obwohl die Stadt Schleiden die Platzanlage samt Flutlichtanlage errichtet, verbleiben für die Sportvereine erhebliche Eigenleistungen. Welche Leistungen haben die Vereine zu erbringen?

Die vorbereitenden Maßnahmen (Baumfällarbeiten, Wurzelausgrabungen, Flächenentsiegelungsarbeiten) wurden bereits durch die Mitglieder beider Vereine durchgeführt. Nach der Herstellung der Platzanlage sind von den Vereinen die Nebenanlagen (Einfassungen, Gehwege, Stellflächen) herzurichten. Neben den Materialkosten fallen hier erhebliche Pflasterarbeiten für die Vereine an. Zum Schluss haben die Vereine die Kosten der Ausstattung der Sportanlage (Fußballtore, Zuschauerbarriere, Eck- und Mittelfahnen, Spielerunterstand) zu tragen.

Noch ist es eine Wiesenlandschaft, aber das Baufeld wurde schon mal geräumt.

Auf welchen Betrag schätzen Sie die Eigenleistungen?

Im Vorfeld haben die beiden Sportvereine mit einer Eigenleistung in Höhe von mehr als 60.000 € kalkuliert. Allerdings war bereits zu Beginn klar, dass eine solche Summe nicht allein aus den beiden Vereinskassen gezahlt werden kann. Umso mehr sind wir auf Spendengelder angewiesen. Die Mittel der Bürgerstiftung Schleiden in Höhe von 30.000 € stellen die Basis für die Umsetzung unserer Eigenleistungen dar. Dafür sind wir sehr dankbar.

Können Sie sich vorstellen, weshalb die Bürgerstiftung die Eigenleistungen der Sportvereine mit einem derart hohen Förderbetrag unterstützt?

Für unsere Kinder und Jugendlichen trägt Bewegung und Sport maßgeblich zu deren persönlicher Entwicklung bei. Kinder, die Sport in einer Mannschaft treiben, lernen Zusammenhalt, Teamgeist und Respekt. Sie müssen sich in eine Mannschaft einfügen, die Anweisungen des Trainers und der Betreuer beachten und die Entscheidungen von Schiedsrichtern akzeptieren. Dies alles sind sehr wertvolle Erfahrungen, die unsere Kinder und Jugendlichen in unseren Sportvereinen über Jahre hinweg machen.

Der Kleinfeld-Kunstrasenplatz bietet den Sportvereinen die Gewissheit, die erfolgreiche Arbeit im Kinder- und Jugendbereich auch in den nächsten Jahren erfolgreich fortzuführen.

Ehrenamtliche Arbeiten am Kunstrasenplatz in Dreiborn.

Neben den Kindern sollen auch die Jugend- und Seniorenmannschaften auf dem Kleinfeld-Kunstrasenplatz während der Wintermonate trainieren. Benötigt man hierfür nicht eine „normale“ Platzanlage?

Selbstverständlich wäre ein „großer Kunstrasenplatz“ für den Seniorenbereich optimal; allerdings würden sich hierdurch nicht nur die finanziellen Eigenleistungen der Sportvereine erheblich erhöhen, sondern auch ein großer Rasenplatz, entweder in Dreiborn oder in Schöneseiffen, wegfallen. So schön ein Kunstrasen auch ist, selbst die große Fußballkunst findet immer noch auf Rasen statt. Und wenn man mich fragt, soll das auch noch lange so bleiben. Mit Hilfe eines großen Trainingstores können aber auch die Spielerinnen und Spieler der A- und B-Jugend, der Damenmannschaft und der Seniorenmannschaften auf dem Kleinfeldplatz sehr gut trainieren.

Wer profitiert noch vom neuen Kunstrasenplatz?

Im Rahmen der Vereinbarung mit der Stadt Schleiden kann die Platzanlage zu Schulzeiten von den Schülerinnen und Schülern der Grundschule Dreiborn zur Durchführung des Sportunterrichtes uneingeschränkt und kostenlos genutzt werden. Hierdurch entsteht für die Grundschule die Möglichkeit, den Sportunterricht sehr flexibel durchzuführen. Entweder indoor, z.B. für Geräteturnen in der Turnhalle, oder outdoor, z.B. für Laufübungen, Weitwurf und natürlich für Fußball auf dem neuen Kunstrasen. Daneben kann der Kunstrasenplatz auch vom Kindergarten Dreiborn jederzeit kostenlos genutzt werden.

Ehrenamtliche Arbeiten am Kunstrasenplatz in Dreiborn.

Wann ist der Kunstrasenplatz fertig?

Der Bau der Platzanlage erfolgt ab diesem Frühjahr, soweit es die Witterung zulässt. Die Fertigstellung und Einweihung der Platzanlage ist für Sommer 2018 vorgesehen, sodass ab der Fußballsaison 2018/2019 der Spiel- und Trainingsbetrieb starten kann.

Kann auf der Platzanlage jederzeit gespielt und trainiert werden?

Nein, aufgrund der angrenzenden Wohnbebauung sind die Nutzungsmöglichkeiten der Platzanlage zeitlich begrenzt, und zwar montags bis freitags bis 21.30 Uhr und samstags bis 16.00 Uhr. An Sonn- und Feiertagen ist eine Nutzung grundsätzlich nicht gestattet. Da aber sämtliche Fußballspiele ab der E-Jugend ohnehin auf den beiden großen Rasenplätzen in Dreiborn oder Schöneseiffen stattfinden müssen, ist die zeitliche Einschränkung aus Sicht der Sportvereine kein Problem.

Ehrenamtliche Arbeiten am Kunstrasenplatz in Dreiborn.

Wer übernimmt die Pflege und Unterhaltung des Kunstrasenplatzes?

Die beiden Sportvereine DJK Dreiborn und SV Schöneseiffen werden die Platzanlage gemeinsam von der Stadt Schleiden längerfristig pachten und die komplette Unterhaltung und Pflege in Eigenregie übernehmen.

Abschließend noch die Frage: Welchen zusätzlichen Impuls könnte der Kunstrasenplatz bei den beiden Sportvereinen auslösen?

Rein sportlich betrachtet befinden sich die Seniorenmannschaften beider Vereine in einer schwierigen Situation. Die 1. Mannschaft des SV Schöneseiffen ist letztes Jahr in die C-Klasse abgestiegen und kämpft um den Wiederaufstieg. Die 2. Mannschaft musste leider abgemeldet werden. Die 1. Mannschaft der DJK Dreiborn kämpft mittlerweile um den Verbleib in der B-Klasse. Die 2. Mannschaft findet man im Mittelfeld der C-Klasse. Mit dem neuen Kunstrasenplatz wird die Kooperation beider Sportvereine weiter verstärkt und die Trainingsmöglichkeiten erheblich verbessert. Wäre doch toll, wen wir in ein paar Jahren auch nochmal Mannschaften aus der A-Kreisklasse in Dreiborn oder Schöneseiffen als Gäste empfangen dürften.


Nachdem der Platz nun seit Sommer 2019 in Betrieb ist, sprach die Bürgerstiftung Schleiden mit dem 1. Vorsitzenden des SV Schöneseiffen, Ernst Hupp.

Redaktion: Der Kunstrasenplatz ist seit dem Sommer 2019 in Betrieb. Welche Mannschaften tragen ihre Fußballspiele auf dem Kleinfeld-Kunstrasenplatz aus?

Hupp: Alle Jugendmannschaften der Jugendspielgemeinschaft (JSG) Dreiborn / Herhahn-Morsbach / Schöneseiffen haben die Möglichkeit auf diesem Kunstrasenplatz zu trainieren. Meisterschafts- oder Pokalspiele werden dort von den Bambinis und der F-Jugend absolviert.

Redaktion: Trainieren auf dem Kunstrasenplatz nur Kinder- und Jugendmannschaften oder auch Erwachsene?

Hupp: Neben allen Jugendmannschaften haben auch die Senioren- und Alte Herren Mannschaften die Möglichkeit, diesen Platz zu nutzen. Dies ist insbesondere im Frühjahr und Herbst wichtig, wenn die Rasenplätze nicht bespielbar sind bzw. sehr stark unter dem Trainingsbetrieb leiden.

Redaktion: Wie sind die Öffnungszeiten des Kunstrasenplatzes?

Hupp: Montag – Freitag von 14:00 – 21:30 Uhr sowie Samstag von 09:00 – 18:00 Uhr steht der Kunstrasenplatz jeweils für den Vereinssport zur Verfügung. Zusätzlich kann der Platz von Montag – Freitag in der Zeit von 08:00 – 14:00 Uhr in Absprache mit den Vereinen von Kindertagesstätten und Grundschulen genutzt werden. Sonntags ist der Platz grundsätzlich gesperrt!

Redaktion: Die Fußballvereine aus Dreiborn und Schöneseiffen pflegen auf sportlicher Ebene seit Jahrzehnten einen harten lokalen Konkurrenzkampf. Ein solches Gemeinschaftsprojekt hat man den beiden Vereinen daher nicht unbedingt zugetraut. Wie lief aus ihrer Sicht die Zusammenarbeit? 

Hupp: Mit einem Wort: Hervorragend! Es hätte aus meiner Sicht nicht besser laufen können. Von der Idee, über Planung und Durchführung bis hin zur Fertigstellung gab`s keinerlei Probleme bei der Zusammenarbeit. Im Gegenteil: Wenn es mal verschiedene Auffassungen oder Ansichten gab (und das war selten), so hat man immer zu einem für alle Seiten akzeptablen Kompromiss gefunden.

Der lokale Konkurrenzkampf, wenn überhaupt, findet meiner Auffassung nach nur auf dem Platz statt. Und das auch nur noch im Bereich der Seniorenmannschaften. Und das finde ich auch gut so. Im Jugendbereich, wie bereits erwähnt, sind beide Vereine seit Jahren zusammen mit der DJK Herhahn-Morsbach gemeinsam erfolgreich mit der JSG unterwegs und dadurch kennen sich auch die Senioren aus der Vergangenheit (Jugendspielbetrieb) sehr gut. Auch im Bereich der Alte Herren Mannschaften (Ü50) spielen beide Mannschaften schon längere Jahre zusammen.

Redaktion: Wie viele ehrenamtliche Stunden haben die beiden Sportvereine DJK Dreiborn und der SV Schöneseiffen schätzungsweise in Eigenleistung zur Realisierung des Projektes erbracht?

Hupp: Das ist sehr schwer zu beantworten. Wenn man überhaupt von Fehlern in der Umsetzung sprechen darf, dann, dass wir nicht von Anfang an dokumentiert haben, wer, wann wie lange vor Ort war. Daher kann ich hier nur eine Schätzung abgeben: Ca. 70 verschiedene Helfer mit einem Gesamtstundenaufkommen von weit über 1.000 Stunden.

Als Resümee können wir, als Vorstände der beiden Vereine DJK Dreiborn und SV Schöneseiffen, stolz darauf sein, durch unsere Mitglieder und weitere Personen eine solche Unterstützung erhalten zu haben. Das ist heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich.

Redaktion: Wie wichtig ist für Sie bei dem Projekt die Förderung der Bürgerstiftung Schleiden, die mit 30.000 € einen erheblichen Beitrag hierzu geleistet hat?

Hupp: Ohne diese Förderung hätten beide Vereine dieses Projekt meiner Meinung nach nicht stemmen können, denn wie bereits angesprochen, haben wir durch die Eigenleistung so viele Kosten eingespart, dass beide Vereine das Projekt mit ihrem knappen Budget zuzüglich der Fördergelder bewältigen konnten. Ich glaube, dass ohne die Förderung der Bürgerstiftung hier immer noch eine Wiese wäre, auf der die Kühe grasen. Daher wäre es toll, wenn die Bürgerstiftung uns auch in Zukunft bei weiteren Projekten unterstützen könnte.