„Kunterbunt“ – war das Motto, der Abiturientia 2026 am Städtischen Johannes-Sturmius-Gymnasium Schleiden. Dabei wurde der Jahrgang häufiger als ein „Weißer Jahrgang“ betrachtet, also als ein Jahrgang, den es eigentlich gar nicht gibt.
Aber das kann man von der Abiturientia 2026 am JSG nun wirklich nicht sagen. Es gab diesen Jahrgang, der sich im Jahr 2023 vor allem aus Absolventen der Realschule und anderer weiterführender Schulen der Sekundarstufe I aber auch aus Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums gebildet hatte.
Das klingt zunächst ja ganz normal, aber der Jahrgang ist tatsächlich ein besonderer Jahrgang. Nur an wenigen Gymnasien in NRW wurde im Jahr 2023 überhaupt ein Jahrgang im ersten Jahr der Oberstufe, der Einführungsphase, eingerichtet. Nur an den sogenannten Bündelungsgymnasien war das zulässig, und ein solches Bündelungsgymnasium war eben das Sturmius-Gymnasium in Schleiden.
Der besondere Bündelungsjahrgang wurde gebildet, weil im Jahr 2023 an den Gymnasien in NRW keine Versetzung aus der Mittelstufe in die Oberstufe stattfand. Im Jahr 2023 wurden die Schüler:innen der Klasse 9 der Gymnasien wegen der Umstellung der gymnasialen Schullaufbahn von G8 zu G9 in Klasse 10 der Sekundarstufe I versetzt, kamen also noch nicht in die Oberstufe. Und eine Klasse 10, die dann in die Oberstufe hätte versetzt werden können, gab es 2023 an den Gymnasien noch nicht.
Allerdings hat das Land NRW für Schüler:innen der Klasse 10 der anderen weiterführenden Schulen und für Schüler:innen, die das Jahrgangsziel des ersten Jahres der Oberstufe im Sommer 2023 nicht erreicht hatten, eine Möglichkeit geschaffen, dennoch in die Oberstufe einzusteigen. Als öffentliches Gymnasium übernahm das Sturmius-Gymnasium in Schleiden die Aufgabe, diese Schüler:innen zum Abitur zu führen, gemeinsam mit Schüler:innen, die aus anderen Gründen in das erste Jahr der Oberstufe einsteigen wollten, z. B. nach einem Umzug in die Region.
Und das ist dann auch gelungen!
30 Abiturientinnen und Abiturienten erhielten am 03.07.2026 aus den Händen des Schulleiters Georg Jöbkes, der von der Oberstufenkoordinatorin Elisabeth Tapp und der Stufenleiterin Andrea Hülsmann unterstützt wurde, das ersehnte Dokument, das Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife.
Und das war auch aus einem weiteren Grund ein sehr besonderer Moment, denn nach siebeneinhalb Jahren Bauzeit konnte die Abiturfeier wieder in der Schule selbst stattfinden. Die Aula der Schule, die auch Stadthalle für Schleiden ist, war im April dieses Jahres eingeweiht worden. Nach dem Friedensfest der Schule am 8. Mai 2026 war nun die Abiturfeier die erste offizielle Schulfeier, die in dieser tollen Location stattfand.
An einem der heißesten Tage des Jahres hatten die Abiturientinnen und Abiturienten gemeinsam mit den Fachschaften Religion zunächst zu einem ökumenischen Gottesdienst in die ebenfalls gerade erst restaurierte ev. Kirche in Schleiden eingeladen, wo sich schon viele der Festgäste mit der Frage auseinandersetzten, wie das ist, wenn ein wichtiger Lebensabschnitt nach einer kunterbunten Oberstufenzeit abgeschlossen wird.
Auch die aktive Gestaltung der Abiturfeier hatten sich die Abiturientinnen und Abiturenten auf die Fahnen geschrieben. Jordan Blum und Jan Peters begrüßten die Gäste und begleiteten die Festgesellschaft durch den Nachmittag, der durch Grußworte geprägt war. Es wurden von ihnen aber auch verschiedene Awards verliehen, für besondere Eigenwilligkeiten, durch die manche der Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs die Lernatmosphäre in der Oberstufenzeit am JSG geprägt hatten.
In ihrem Grußwort blickten Anne Ströder und Jordan Blum dann auf die Zeit in der Oberstufe zurück. Für die engagierte Begleitung auf dem Weg bedankten sie sich vor allem bei ihren beiden Stufenleiterinnen, zollten aber auch dem Kollegium insgesamt hohe Anerkennung für die Unterstützung auf dem Weg zum Abitur. Nicht vergessen wurden auch die Eltern, die ihren Teil zum Gelingen des Projektes Abitur im familiären Umfeld beigetragen haben.
Und dass die Arbeit erfolgreich war, das zeigte sich u. a. auch daran, dass ein Schüler aufgrund seines intensiven Arbeitens die Traumnote 1,0 erreichte. Ihm wurde bei der Überreichung des Abiturzeugnisses die besondere Anerkennung ausgesprochen, ebenso wie den weiteren Absolventen, die ihr Abitur mit einer 1 vor dem Komma abgeschlossen haben.
Schulleiter Georg Jöbkes freute sich zudem, dass er verschiedenen Abiturientinnen und Abiturienten Auszeichnungen wissenschaftlicher Fachgesellschaften für besondere Prüfungsleistungen überreichen konnte. Besonders gerne zeichnet das Städtischen Johannes-Sturmius-Gymnasium Schleiden darüber hinaus auch diejenigen aus, die sich während der Schullaufbahn beständig für die Schulgemeinschaft oder den Jahrgang eingesetzt und an verschiedenen Stellen das Schulleben durch ihre Mitwirkung bereichert haben, sei es durch Unterstützung in der Oase, sei es durch die Mitwirkung bei besonderen schulischen Projekten.
Nachdem auch der Bürgermeister der Stadt Schleiden, Ingo Pfennings, und der Vorsitzende der Schulpflegschaft, Christopher Angyal, den Absolventinnen und Absolventen ihre hohe Anerkennung ausgesprochen hatten und sie motivierten, für sich selbst zu entscheiden, was der richtige Weg in der Fülle und Vielfalt der möglichen Lebenskonzepte ist, blieb Nicole Gutersohn, die die Grußworte des Fördervereins überbrachte, nicht mehr, als festzustellen, dass sie sich sehr freut, dass der Förderverein seinen Beitrag leisten konnte, um eine gute Schulzeit am JSG zu gestalten, denn der Förderverein ist Träger der Oase, in der die Schülerinnen und Schüler nicht nur etwas für das leibliche Wohl finden, sondern auch zusammenkommen können, um gemeinsam zu arbeiten oder einfach freie Zeit zu genießen.
Die beiden Stufenleiterinnen wünschten den Abiturientinnen und Abiturienten dann viel Glück auf den weiteren Bildungs- und Lebenswegen. Andrea Hülsmann nahm dabei Bezug auf den Musiktitel „Zukunft pink“ des Interpreten Peter Fox, den sie mit Blick auf die manchmal auch kunterbunte gemeinsame Zeit, das Geleistete und die zukünftigen Herausforderungen betrachtete, um dann gemeinsam mit Elisabeth Tapp vor allem noch einmal auf die Erlebnisse bei der Studienfahrt zu schauen.
Zu guter Letzt wurde dann auf die Abiturzeugnisse mit einem Glas Sekt angestoßen, bevor beim gemeinsamen Festessen viel erzählt werden konnte.
Das die Abiturfeier ein echter Festakt war, dazu trug auch das Vokalensemble des JSG bei, das unter Leitung von Mira Chatty bekannte Musikstücke in sehr gekonnter Weise darbot und dabei Herzenswärme verströmte.
Den Ausklang der Feierlichkeiten machte die traditionelle Abiturparty, zu der die Abiturientinnen und Abiturenten ihre Lieblingsgäste eingeladen hatten. Aber auch einige Eltern und Lehrkräfte blieben noch lange beim Abschlussfest der Abiturientia 2026.
