Der Tourismus im Kreis Euskirchen entwickelt sich weiterhin äußerst erfolgreich und gewinnt als Wirtschaftsfaktor zunehmend an Bedeutung. Das aktuelle Gutachten des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (DWIF) für das Bezugsjahr 2025 belegt, dass sich die Branche nach den Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Flutkatastrophe im Jahr 2021 nachhaltig erholt hat. Mit einem touristischen Bruttoumsatz von 402,8 Millionen Euro wurde 2025 erstmals die Marke von 400 Millionen Euro überschritten.
Um die wirtschaftlichen Effekte des Tourismus regelmäßig zu bewerten, beauftragt das Amt für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung des Kreises Euskirchen das DWIF in regelmäßigen Abständen mit der Erstellung eines Gutachtens. Seit 2011 werden die touristischen Kennzahlen kontinuierlich analysiert und dokumentiert.
Der langfristige Vergleich zeigt eine beeindruckende Entwicklung: Während der touristische Bruttoumsatz im Jahr 2011 noch bei 222,9 Millionen Euro lag, ist er bis 2025 – trotz der Krisenjahre 2020 und 2021 – um mehr als 80 Prozent auf 402,8 Millionen Euro gestiegen. Diese Entwicklung zeigt auch, dass sich die konsequente Ausrichtung auf eine nachhaltige touristische Entwicklung im Kreis Euskirchen langfristig auszahlt.
Auch im direkten Vergleich zum Vorjahr setzt sich der positive Trend fort. Besonders stark entwickelte sich der Tagestourismus. Hier stieg der Umsatz gegenüber 2024 um 10,6 Prozent auf 280,6 Millionen Euro. Von dieser Entwicklung profitiert die Region insbesondere durch ihre Nähe zu den großen Quellmärkten in Nordrhein-Westfalen und den benachbarten Ballungsräumen sowie durch das anhaltende Freizeitverhalten vieler Bürgerinnen und Bürger, die naturnahe Erholungsangebote in Wohnortnähe verstärkt nachfragen.
Der Übernachtungstourismus legte ebenfalls deutlich zu und erreichte mit 122,2 Millionen Euro ein Plus von 7,9 Prozent.
Davon profitieren zahlreiche Branchen im Kreis Euskirchen. Das Gastgewerbe steigerte seinen touristisch bedingten Umsatz um 8,8 Prozent auf 161,9 Millionen Euro. Der Einzelhandel verzeichnete ein Wachstum von 9,5 Prozent auf 172,4 Millionen Euro, während die sonstigen Dienstleistungsbereiche mit einem Plus von 12,9 Prozent auf 68,5 Millionen Euro sogar den stärksten Zuwachs erzielten.
Die positiven Auswirkungen spiegeln sich auch auf dem Arbeitsmarkt und bei den öffentlichen Einnahmen wider. Das Einkommensäquivalent stieg von 5.580 auf 5.683 Personen, die rechnerisch ihren Lebensunterhalt durch den Tourismus sichern können. Gleichzeitig erhöhte sich das touristisch bedingte Steueraufkommen von 33,7 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 37,0 Millionen Euro im Jahr 2025.
