Wo einst Filme liefen, läuft nun der Kita-Alltag


Neue Kita bündelt zwei bisherige Standorte

Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres hat die neue viergruppige Kindertagesstätte im ehemaligen Kino in Gemünd ihren Betrieb aufgenommen. Nach den ersten drei Schließwochen der Sommerferien konnten die Kinder Mitte August ihre neuen Räumlichkeiten beziehen. Mit dem Einzug wurden die bislang getrennten DRK-Einrichtungen in Malsbenden und Kreuzberg an einem gemeinsamen Standort zusammengeführt. Beide Einrichtungen wurden bei der Flutkatastrophe im Jahr 2021 zerstört.

„Ich bin erleichtert, dass nun ein fünf Jahre andauerndes Provisorium ein Ende gefunden hat und die Gemünder Kinder endlich wieder ein eigenes Kita-Gebäude in ihrem Heimatort besuchen können“, so Rolf Klöcker, Kreisgeschäftsführer des DRK.

18/2026 - Bild 02: Bastelstunde in den modern eingerichteten Gruppenräumen der neuen Kita in Gemünd. (© DRK Kindertagesstätte Gemünd)

„Nachdem die Flut 2021 beide DRK-Kitas zerstört hat, wurden die Kinder vorübergehend zunächst in DRK-Gebäuden in Vogelsang und Dreiborn betreut. Im März 2022 konnten dann die in Olef errichteten Container bezogen werden, in die alle Kinder der beiden Rotkreuz-Kitas eingezogen sind. Eine Kita ist aber mehr als ein Gebäude aus Wänden, Fenstern und Türen. Es ist ein Ort der Begegnung, der Geborgenheit und des Vertrauens. Für die Kinder ist es wichtig, eine Kita in ihrem direkten sozialen Umfeld zu haben. Sie haben jetzt wieder eine Einrichtung, die sie als ‚ihre‘ Kita bezeichnen können. Ein besonderer Dank gilt neben den Kindern, Eltern und Mitarbeitenden, die allesamt durch die Unterbringung in Provisorien und die Umzüge stark belastet waren, der Stadt Schleiden, die den Umbau des alten Kinos erfolgreich umgesetzt hat und damit tolle Räumlichkeiten für die Kinder und Mitarbeitenden geschaffen hat.“

„Auch wenn die provisorische Unterbringung der Kinder der beiden von der Flut schwer getroffenen Kitas eine wirklich qualitativ hochwertige war, ist es ein sehr schöner Moment, dass dieser tolle Neubau für unsere Kleinsten endlich fertig ist. Die neue Einrichtung steht nicht nur für gute Betreuung, sondern auch für ein weiteres Stück Normalität und Lebensqualität, das nach der Flut zurückkehrt“, freut sich Bürgermeister Ingo Pfennings bei der offiziellen Eröffnung.

Moderne, barrierefreie Räume im ehemaligen Kino

18/2026 - Bild 03: Gemütlich eingerichteter Bewegungsraum in der neuen Gemünder Kindertagesstätte. (© Stadt Schleiden / Kerstin Wielspütz)

„Aus dem ehemaligen Kino ist ein moderner, heller und barrierefreier Ort für Kinder geworden. Wir haben hier bewusst nachhaltig investiert – in Räume, in Betreuung und vor allem in die Zukunft unserer jüngsten Bürgerinnen und Bürger, im Herzen Gemünds und trotzdem direkt in der Natur“, so Pfennings.

Die Stadt Schleiden hat das ehemalige Kino umfassend umgebaut und erweitert. Auf einer Gesamtfläche von rund 1.700 Quadratmetern ist eine moderne und barrierefreie Kindertagesstätte mit vier Gruppen auf zwei Etagen entstanden. Während Kindertagesstätten früher überwiegend eingeschossig geplant wurden, ermöglicht die zweigeschossige Bauweise eine zeitgemäße und flächensparende Nutzung des Grundstücks.

Im Erdgeschoss befinden sich zwei Gruppenräume, Mehrzweckbereiche sowie ein kleiner Empfangs- und Bürobereich. Eine Aufzugsanlage stellt sicher, dass sämtliche Bereiche der Einrichtung barrierefrei erreichbar sind. In der oberen Etage sind unter anderem ein Therapiebereich sowie ein großzügiger Bewegungsraum untergebracht.

Die neue Kita zeichnet sich insbesondere durch eine helle und freundliche Gestaltung aus: Durch die großen, bodentiefen Fenster gelangt viel Tageslicht in die Räume. Hohe Türen und Böden in Holzoptik schaffen eine wohnliche Atmosphäre und bieten den Kindern ein angenehmes Umfeld zum Spielen, Lernen und Entdecken. Ein besonderer Bereich ist die große Turnhalle im Obergeschoss. An den sichtbaren Deckenträgern können unterschiedliche Bewegungs- und Turngeräte eingehängt werden. Dadurch sind vielseitige Angebote zur Förderung der Motorik möglich. Ein umlaufender Balkon ergänzt das Obergeschoss und bietet über zwei Treppen einen direkten Zugang zum Außengelände. Zugleich dient er als zweiter Rettungsweg.

„Wir sind sehr froh, am endgültigen Standort angekommen zu sein. Die Entscheidung der Stadt Schleiden, aus zwei Kindertagesstätten eine gemeinsame Einrichtung zu bilden, haben wir von Beginn an mitgetragen. Die Zusammenführung der Teams war ein intensiver Prozess: Unterschiedliche Arbeitsweisen und Kompetenzen mussten zusammenfinden. Durch einen engen Austausch, gegenseitiges Aufeinander zugehen und fachlicher Begleitung ist dies gut gelungen. Die neue Kita wird von der Vielfalt an Erfahrungen und Fähigkeiten beider Teams profitieren“, erklären die Kita-Leiterinnen, Andrea Wollgarten und Sabine Moitzheim.

Außenanlagen werden in den kommenden Monaten fertiggestellt

Auch die Außenanlagen werden im Rahmen des Projekts neu gestaltet. Für das Außengelände konnte zusätzlich eine Fläche erworben werden. Die dort vorhandenen Bäume sollen künftig als natürliche Schattenspender dienen und den Spielbereich aufwerten. Insgesamt steht eine Außenfläche von rund 1.050 Quadratmetern zur Verfügung. Zudem besteht eine direkte Verbindung zum Kurpark und zum Nationalpark, sodass naturnahe Bewegungs- und Erlebnisräume in unmittelbarer Umgebung erreichbar sind.

Zum Zeitpunkt der offiziellen Eröffnung Ende August waren die Arbeiten an der Außenfassade und der Außenanlage noch nicht vollständig abgeschlossen. Diese  sollen in den kommenden zwei bis drei Monaten abgeschlossen werden.

Ein wichtiger Baustein für Wiederaufbau und Betreuung

Ursprünglich war die neue Einrichtung für rund 80 Kinder geplant. Aufgrund des steigenden Anteils jüngerer Kinder im U2- und U3-Bereich sowie rückläufiger Ü3-Zahlen wird derzeit mit einer Belegung von etwa 65 bis 70 Kindern gerechnet.

Die Umsetzung des Projekts war mit verschiedenen Herausforderungen verbunden. Ursprünglich sollte die Einrichtung bereits Ende 2025 bezugsfertig sein. Verzögerungen im Bauablauf sowie beim Ankauf zusätzlicher Flächen für die Außenanlagen führten zu einer späteren Fertigstellung. Insgesamt investiert die Stadt Schleiden rund 4,6 Millionen Euro in den Umbau und den Anbau des ehemaligen Kinos.

Mit der Eröffnung der neuen Kindertagesstätte erhält das ehemalige Kino eine neue und nachhaltige Nutzung: Aus einem Gebäude, das über Jahrzehnte das kulturelle Leben geprägt hat, ist ein moderner Ort für Bildung, Betreuung und gemeinsames Aufwachsen geworden.  „Der Weg bis zur Eröffnung war nicht immer einfach, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ich freue mich besonders, dass wir mit der neuen Kita ein starkes Zeichen für den Wiederaufbau setzen und gleichzeitig einen Ort schaffen, an dem Kinder gerne aufwachsen, spielen und lernen. Früher gab es hier Popcorn und große Filme – heute gibt es kleine Menschen mit großen Plänen. Schöner kann ein ehemaliges Kino kaum wieder zum Leben erwachen“, so Pfennings abschließend.

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